Autoscout 24: Preise wie 2014
Bei einem leichten Anstieg um 0,5 Prozent zum Vormonat lag der Angebotspreis für Gebrauchte auf dem Online-Marktplatz im Juli auf Vorjahresniveau.
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Der Gebrauchtwagenmarkt und seine Preise werden weiterhin von jungen Gebrauchten bis zu einem Alter von zwölf Monaten mit den offenbar unverzichtbaren Tageszulassungen dominiert. Ihr Angebot wuchs im Juli mit einem Plus von 3,4 Prozent am stärksten. „Es fällt auf, dass sich die so genannten jungen Gebrauchten, vor allem aber der Absatz von Tageszulassungen immer mehr zur überlebensnotwendigen Ertragssäule für viele professionelle Anbieter entwickeln“, analysiert Stephan Spaete, Senior Vice President Sales & Operations bei Autoscout 24. Diese Fahrzeuge stammten eigentlich aus dem Neuwagenmarkt, würden aber durch die Überkapazitäten der Hersteller in den Markt gedrückt, so Spaete.
Durch das Überangebot bei gleichzeitig anziehendem Preiswettbewerb unter Marken und Händlern werden immer mehr preisbewusste Kunden angelockt. „Verstärkt wird diese Tendenz durch erhöhte Werbebudgets in diesem Bereich sowie verlockende Angebote bei Finanzierung und Leasing“, so Spaete.
Steigende Gebrauchtwagenpreise
Dennoch stieg der Durchschnittspreis der bis zu zwölf Monate alten Gebrauchtwagen im Juli – abgesehen von den Ein- bis Dreijährigen, die unverändert bei 23.743 Euro notierten – mit 0,5 Prozent am geringsten (Durchschnittspreis: 25.927 Euro). Deutlicher legten die Preise im Alterssegment der Drei- bis Fünfjährigen (+1,1 Prozent, 17.747 Euro) zu. Damit entwickelten sich die Preise bei den Fahrzeugen mittleren Alters besser noch als die der Fünf- bis Zehnjährigen (+0,7 Prozent, 10.704 Euro) und den im ersten Halbjahr so boomenden 10 bis 15 Jahre alten Gebrauchten (+0,8 Prozent, 4.909 Euro).
Anders als zuvor verteuerten sich im Juli fast alle Fahrzeugklassen. Kleinwagen (Durchschnittspreis: 10.082 Euro) und Sportwagen (43.060 Euro) hatten mit einem Plus von 0,4 Prozent noch den geringsten Aufschlag. Die Kompaktklasse (15.586 Euro) folgte mit 0,5 Prozent. Mit 0,6 Prozent (Mittelklasse, 19.574 Euro) und 0,7 Prozent (obere Mittelklasse, 26.224 Euro) lagen klassische Familienautos mit ihrem hohem Kombianteil bei der Preissteigerung im Mittelfeld. Darüber sortierten sich die zur Ferienzeit beliebten Vans (+0,8 Prozent, 16.357 Euro) sowie SUV und Geländewagen (+1,2 Prozent, 27.960 Euro) als traditionelle Zugfahrzeuge für Hänger und Wohnwagen. Bemerkenswert: Unter den Top acht landeten im Juli nicht nur modische SUV, sondern auch robuste Geländewagen vom Schlage eines Lada Niva oder Jeep Wrangler. Lediglich die Oberklasse als teuerste Kategorie entzog sich zur Jahresmitte dem Aufwärtstrend: mit minus 0,7 Prozent pendelten sich die Notierungen im Schnitt bei 44.198 Euro ein.
Deutlich mehr junge Gebrauchte
Das Angebot entwickelte sich auch im Juli durchweg positiv, wenn auch etwas schwächer als im Vormonat. Den stärksten Zuwachs erfuhren wie bereits erwähnt Gebrauchtwagen im Alterssegment bis zu zwölf Monaten (+3,4 Prozent). Es folgten Gebrauchte im Alter von drei bis fünf Jahren (+2,1 Prozent) sowie im Alterssegment zehn bis 15 Jahre (+2,0 Prozent).
Auch sämtliche acht Fahrzeugkategorien verzeichneten im Juli einen Anstieg. SUV und Geländewagen hatten dabei den stärksten Zuwachs (+3,9 Prozent). Dahinter reihten sich mit jeweils 2,1 Prozent Kleinwagen und die Kompaktklasse ein. Es folgten die Mittelklasse mit plus 1,2 Prozent, Vans (+0,9 Prozent), Sportwagen (+0,8 Prozent) und obere Mittelklasse (+0,5 Prozent). Das Schlusslicht bei der Angebotsentwicklung kennzeichnete im Juli trotz leichten Anstiegs die Oberklasse (+0,1 Prozent).
Auf dem Weg ins Sommerloch
Die Nachfrage nach Gebrauchten wurde im Juli in allen Jahrgängen negativ von der beginnenden Urlaubszeit sowie den sommerlichen Temperaturen beeinflusst. Den größten Einbruch verbuchten mit jeweils 11,6 Prozent gebrauchte Fahrzeuge der Altersklassen ein bis drei sowie drei bis fünf Jahren. Das Interesse an fünf- bis zehnjährigen Gebrauchtwagen sank um 9,2 Prozent und an zehn bis 15 Jahre alten Autos um 8,9 Prozent. Gebrauchte im Alter bis zu zwölf Monaten litten noch am wenigsten unter der hitzebedingten Flaute (-8,6 Prozent).
In den Fahrzeugkategorien verbuchten die Sportwagen (-11,1 Prozent), die Oberklasse (-10,7 Prozent) sowie die obere Mittelklasse (-10,6 Prozent) die größten Rückgänge. Dahinter folgten SUV/Geländewagen und die Kompaktklasse (jeweils -10,4 Prozent) sowie die Mittelklasse (-10,3 Prozent). Vans (-9,1 Prozent) und Kleinwagen (-8,0 Prozent) waren etwas weniger von der sinkenden Nachfrage betroffen. Eine Ausnahme machte der koreanische Jeep CJ7-Klon, Ssang Yong Korando, der in seinem Segment mit einem Plus von 13,3 Prozent unerwartet an die Spitze kletterte.
Autoscout 24 analysiert in seinem monatlichen Gebrauchtwagen-Preisindex die Daten inserierter Fahrzeuge, deren Alter 15 Jahre nicht überschreitet. Als Datenbasis dienen rund 900.000 Gebrauchtwagenangebote. Bei sämtlichen Angaben zu Angebots-, Nachfrage- und Preisentwicklungen handelt es sich – falls nicht anders angegeben – um Vormonatsvergleiche. Die Angebotspreise auf Autoscout 24 weichen nach Angaben des Unternehmens rund zehn Prozent von den Transaktionspreisen ab, wie Marktforschungsdaten zeigen.
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