Die großen Autohändler Deutschlands 2025 AVAG – Mehr Zentrale wagen

Von Jens Rehberg 8 min Lesedauer

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Die Augsburger Handelsgruppe zügelt ihren Expansionsdrang auch in diesem Jahr und arbeitet stattdessen daran, die eigene Organisation und ihre Abläufe noch besser zu machen. Die entsprechenden Themen – aber auch handfester Support – kommen aus der Holding.

Ford Kadea in Berlin: Am Standort Zehlendorf integrierte das Automobilforum Kadea Leapmotor ins Markenportfolio. (Bild:  Marketingagentur Love Harder)
Ford Kadea in Berlin: Am Standort Zehlendorf integrierte das Automobilforum Kadea Leapmotor ins Markenportfolio.
(Bild: Marketingagentur Love Harder)

Bereits seit zwei Jahren hat die AVAG nun schon keine größeren Betriebe mehr übernommen. „Wir machen eben das, was man in Zeiten, die etwas ruppiger sind, tun sollte – das Bestandsgeschäft optimieren“, sagt Vorstandssprecher Albert C. Still. Anpassung und Verbesserung der Prozesse und Strukturen – das stand bereits im vergangenen Jahr ganz oben auf der Agenda der AVAG-Vorstände. Selten zuvor konnte die Führung der Gruppe innerhalb eines vergleichbaren Zeitraums so viele gezielte Maßnahmen entwickeln und umsetzen wie in den vergangenen zwei Jahren.

So verlagerten sich etwa die Spezialisten in der Augsburger Holding für Betriebsübernahmen jetzt, da eine weitere Expansion erstmal zurückgestellt war, auf anspruchsvolle Springerdienste. Denn immer wieder entstehen in der Gruppe mit ihren knapp 200 Standorten kritische Situationen aufgrund von Abgängen oder Ausfällen. „Das ist wie im Fußball: Fällt jemand aus der Rumpfmannschaft aus, kann ganz schnell Einiges aus dem Ruder laufen“, betont der Händler. So war jüngst bei einem AVAG-Betrieb in Österreich, kurz nachdem der Teileleiter in Ruhestand gegangen war, der zweite Lagerist schwer erkrankt. Ein Dritter kündigte. „Da stehst du ganz plötzlich ohne Hemd und ohne Hose da“, so Still, der das Auslandsgeschäft der Autohandelsgruppe verantwortet. Laut Still gelingt es der Holding aber immer wieder, solche Situationen in einer Weise abzufangen, dass der dauerhafte Schaden geringfügig bleibt. Denn dafür gibt es jetzt die oben erwähnten spezialisierten Teams in der Organisation, aus denen kurzfristig ein oder zwei Kräfte für einige Wochen in einem Betrieb einspringen können, in dem größere Not am Mann ist. Währenddessen werden mit Hochdruck neue Mitarbeiter für das betroffene Autohaus an Bord geholt und für die neue Aufgabe trainiert, „bis sie dann nach etwa drei Monaten die notwendige Stabilität haben“, so Still.