Azubis als High-Potentials

Redakteur: Johannes Büttner

Der Mercedes-Betrieb Beresa aus Münster betreibt ein einmaliges High-Potentials-Programm. Nicht zuletzt dafür wurde er beim Bundesbildungspreis 2009 mit dem ersten Platz ausgezeichnet.

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Bei Beresa sind Auszubildende keine Lehrlinge, sondern „High Potentials“. Nicht zuletzt deshalb belegte das Unternehmen der Wilhelm-Burg-Gruppe aus Münster beim Bundesbildungspreis des Deutschen Kfz-Gewerbes 2009 in der Kategorie „Große Betriebe“ den ersten Platz. Der Mercedes-Betrieb erstellt alle drei Monate ein Ranking seiner knapp 100 gewerblichen und kaufmännischen Auszubildenden. Die Rangliste der besten 30 veröffentlicht das Unternehmen im Azubi-Intranet, die Top 20 dürfen sich offiziell „High Potentials“ nennen.

Im März 2005 startete Beresa sein bundesweit einmaliges „High-Potentials-Projekt“ zur systematischen Förderung des Unternehmensnachwuchses. Ziel war und ist es, qualifizierten Auszubildenden der Wilhelm-Burg-Gruppe die Chance zu bieten, sich für ihr künftiges Berufsleben individuell entwickeln und weiterbilden zu können.

Wichtigstes Kriterium für die Punktvergabe sind die Bewertungen der betrieblichen Ausbilder, die für diese verantwortungsvolle Aufgabe zu Beginn des High-Potentials-Programms eigens geschult wurden. Bei den Azubis des zweiten und dritten Lehrjahrs spielen daneben auch die Zensuren in der Berufsschule sowie bei der Gesellenprüfung Teil 1 eine Rolle.

Trainings zur Kompetenzentwicklung

Die „High Potentials“ profitieren auf vielfältige Weise von ihrer guten Arbeit. Während ihrer gesamten Ausbildungszeit nehmen sie an Trainings und Workshops zur Kompetenzentwicklung teil. Kai Staab von der Personal- und Unternehmensberatung Staab und Partner hat dazu in Abstimmung mit den Ausbildungsverantwortlichen und der Unternehmensleitung maßgeschneiderte Programme entwickelt. Hierzu gehören beispielsweise kaufmännische Grundlagen für Techniker, Zeitmanagement und Selbstorganisation sowie professionelle Rhetorik.

Außerdem fertigen die Teilnehmer themenbezogene Projektarbeiten an. Die High Potentials erarbeiten beispielsweise Konzepte, wie der Mercedes-Benz-Betrieb die Einführung eines neuen Fahrzeugmodells gestalten könnte. Ihre Ergebnisse durften sie dann vor der Geschäftsführung präsentieren und mit Unterstützung der Firmenleitung in die Tat umsetzen.

Zur Motivation der Nachwuchskräfte dienen Austauschprogramme mit der Robert Kunzmann GmbH in Aschaffenburg (2005 Gewinner des Bundesbildungspreises) und mit über die Berufsschule vermittelten Partnerbetrieben im Ausland sowie Kamingespräche mit den beiden Geschäftsführern Winfried Hötte und Thomas Spiegelhalter.

Kamingespräche mit den Geschäftsführern

„Wir wollen hervorragenden Nachwuchs rekrutieren und ihm die Möglichkeit bieten, sich im Unternehmen weiterzuentwickeln“, begründet Hötte das Engagement in Sachen Ausbildung. Dadurch sichere sich Beresa gute und loyale Mitarbeiter.

Spiegelhalter ergänzt: „Auch in schwierigen Zeiten werden wir die Projekte nicht stoppen, die uns zu einem dauerhaften Vorsprung im hart umkämpften Wettbewerbsumfeld verhelfen. Die systematische Aus- und Weiterbildung von Nachwuchskräften als professionelle Vorbereitung auf zukünftige Herausforderungen gehört für uns ganz klar dazu.“

Aber die Förderung des Topnachwuchses bedeutet nicht, dass die anderen auf der Strecke bleiben. Eine hohe Qualität der Ausbildung, die für die Lehrlinge in den gewerblichen Berufen zum Teil in der „Wilhelm-Burg-Gruppe-Ausbildungswerkstatt“ erfolgt, ist ohnehin eine Selbstverständlichkeit. Die Ausbildung findet in der gesamten Unternehmensgruppe statt, sodass die Lehrlinge verschiedene Marken und Philosophien kennenlernen und als Multiplikatoren im Betrieb weiterverbreiten.

Sehr gute Ausbildung für alle

In den Genuss von Incentives, z. B. Werksbesuche, Schulungen zur Sozialkompetenz oder eine Belohnung für gute Prüfungsergebnisse, kommen ebenfalls alle Auszubildenden. „Wir stehen in ständigem Kontakt mit den Fachausbildern und Azubis und wollen allen eine sehr gute Ausbildung bieten“, betonen die Ausbildungsverantwortlichen Jana Strieker und Bernadette Voss. „Und für die Motiviertesten und Besten setzen wir noch etwas Besonderes obendrauf!“

Um bei Beresa zu den Besten zu zählen, muss ein Azubi einiges können. Der Betrieb achtet schon bei der Auswahl seiner Bewerber auf eine hohe Qualität – die sich allerdings nicht zwangsläufig nur in guten Schulnoten niederschlagen muss. Beresa erwartet ein bestimmtes Mindestniveau in den Kernfächern, doch darüber hinaus sind zum Beispiel die in Praktika gezeigten Leistungen von Bedeutung. Praktikanten erhalten eine Ausbildungsbroschüre, die sie über mögliche Karrierewege in der Unternehmensgruppe informiert. Darin erfahren sie auch, was sie im Zuge eines Bewerbungsverfahrens beachten müssen. Jugendlichen, die einen guten Eindruck hinterlassen haben, legt der Betrieb eine Bewerbung aktiv ans Herz.

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