Bakterien reinigen Abwasser
In den Mercedes-Niederlassungen kommen biologische Abwasserreinigungsanlagen zum Einsatz. Damit können rund 75 Prozent Frischwasser eingespart werden.

Die Daimler AG hat ihre Niederlassungen mit biologischen Abwasserreinigungsanlagen ausgestattet, in denen das Brauchwasser aus den Waschanlagen und Werkstätten gesäubert wird. Für diese Umweltschutzmaßnahme investierte der Automobilhersteller rund 700.000 Euro. Die Hauptakteure bei der dreistufigen Wasseraufbereitung sind Bakterien. In einem Bioreaktor bauen sie die im Waschwasser enthaltenen Tenside und andere organische Kohlenwasserstoffe ab. Dabei verwenden sie die Wasserinhaltsstoffe als Nahrungsquelle und wandeln sie in körpereigene Stoffe und in Kohlendioxid um.
Vor dem biologischen Reinigungsschritt gelangt das Abwasser zunächst in einen Schlammfang, in dem die groben Bestandteile aufgrund der höheren Dichte zu Boden sinken und abgetrennt werden. In der Nachklärstufe setzt sich dann der Überschussschlamm ab. Das so aufbereitete Brauchwasser kann erneut zum Waschen der Fahrzeuge verwendet werden.
Niederlassung Mainz spart 75 Prozent Frischwasser
In der Mainzer Mercedes-Benz-Niederlassung beispielsweise enthält das gereinigte Brauchwasser nur noch einen Kohlenwasserstoffanteil von 0,1 Milligramm pro Probe. Vom Gesetzgeber erlaubt sind 20 Milligramm. Die Mainzer haben gleich zwei Portalwaschanlagen im Einsatz, deren Wasser biologisch gereinigt wird: Eine nimmt die Fahrzeuge aus der Werkstatt, die andere die aus dem Verkaufsbereich auf.
Die Niederlassung kann mittlerweile 75 Prozent ihres bisher verwendeten Frischwassers einsparen – und das bei rund 100 Fahrzeugwäschen pro Tag. In die Aufbereitungsanlagen wird auch das Schmutzwasser aus den Werkstätten eingeleitet. Der Vorteil: Die Mainzer Niederlassung konnte einen ein Kilometer langen Abwasserkanal stilllegen.
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