Batterie-Probleme stoppen Opel Ampera
Der für Januar geplante Auslieferungsstart des Opel Ampera wird sich auf unbestimmte Zeit verzögern. Grund dafür sind noch nicht abgeschlossene Untersuchungen in den USA nach einem Brand des Schwestermodells Chevrolet Volt.
Der Autohersteller Opel hat die Auslieferung seines Elektroautos Ampera an Endkunden vorerst gestoppt. Grund sind noch nicht abgeschlossene Untersuchungen in den USA nach einem Brand des Schwestermodells Chevrolet Volt, erklärte am Mittwoch ein Unternehmenssprecher in Rüsselsheim. Das nahezu baugleiche Fahrzeug hatte drei Wochen nach einem Crashtest zu brennen begonnen, vermutlich durch Stromfluss aus der nicht entladenen Batterie.
Man arbeite derzeit daran, die Abläufe im Umgang mit Unfallfahrzeugen exakt festzulegen, sagte der Opel-Sprecher. Vor dem Abschluss der Untersuchung durch die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHSTA könnten keine Fahrzeuge an Privatleute abgegeben werden. Wie die Online-Ausgabe der „Financial Times Deutschland“ (FTD) berichtet, werde sich die Auslieferung des Ampera in Europa deshalb „auf unbestimmte Zeit“ verzögern.
Eigentlich sollte Opels neuer Stromer im Januar auf den Markt kommen. „Der Stopp kurz vor der Markteinführung ist ein schwerer Rückschlag für das deutsche Traditionsunternehmen, das gerade versucht, sich in die Gewinnzone zu kämpfen“, schreibt die FTD.
Chevrolet Volt mit Problemen
Dass es mit dem Ampera Probleme in Europa geben könnte, hatte sich bereits angedeutet. Die Batterie des nahezu baugleichen US-Schwestermodells Chevrolet Volt war drei Wochen nach einem Crashtest in Brand geraten. Die US-Verkehrsbehörde NHTSA warnte daraufhin vor einer Brandgefahr und leitete eine offizielle Untersuchung ein. Noch Anfang Dezember hatte der Rüsselsheimer Hersteller auf Anfrage von »kfz-betrieb«-ONLINE betont, dass von möglichen Verzögerungen der Ampera-Lieferungen aus den USA „nichts bekannt“ sei.
Jetzt aber räumte der Opel-Sprecher ein, dass die Auslieferung der in den USA gebauten Ampera-Fahrzeuge aufgrund dieses Vorfalls vorerst gestoppt worden sei. In Europa gebe es derzeit etwa 6.500 Vorbestellungen für den Ampera. Momentan sei noch nicht absehbar, wann die Auslieferung wieder aufgenommen werde. Es würden aber weiterhin Fahrzeuge an Händler zu Probefahrten und Vorführzwecken geliefert.
FTD: Möglicher „Rückschlag für Elektromobilität“
„Sollte die Untersuchung der NHTSA ergeben, dass beim Volt nach Unfällen grundsätzlich ein höheres Feuerrisiko besteht, so könnte dies die gesamte Elektromobilität erheblich zurückwerfen“, schreibt die FTD. Bislang ist die neue Technologie vor allem wegen der geringen Reichweite der Autos und der hohen Kosten der Batterie umstritten. Bedenken wegen mangelnder Sicherheit gab es dagegen kaum.
General Motors hatte angekündigt, die Untersuchung der Behörde zu unterstützen. Gleichzeitig aber beteuerte der US-Hersteller: „Der Volt ist sicher und birgt keine übermäßigen Risiken beim Betrieb und nach Unfällen.“ In den USA wurden Herstellerangaben zufolge inzwischen mehr als 5.000 Chevrolet Volt verkauft - zu Unfällen mit Brandentwicklung sei es im Straßenverkehr bislang aber noch nicht gekommen.
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