Skoda Batteriekosten sinken um 30 Prozent

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Mehr Elektromodelle brauchen mehr Batteriesysteme. Skoda investiert in die Wertschöpfung und hat am Unternehmenssitz in Mlada Boleslav ein großes Werk eröffnet – nicht nur für den Eigengebrauch.

Skoda hat in Mlada Boleslav ein neues Batteriewerk eingeweiht, um den steigenden Bedarf zu decken, aber auch um die Batteriekosten um 30 Prozent zu senken.(Bild:  Skoda)
Skoda hat in Mlada Boleslav ein neues Batteriewerk eingeweiht, um den steigenden Bedarf zu decken, aber auch um die Batteriekosten um 30 Prozent zu senken.
(Bild: Skoda)

Die tschechische Volkswagen-Konzerntochter Skoda hat ein Montagewerk für Batteriesysteme eröffnet. In der Halle am Stammsitz in Mlada Boleslav werden nach Unternehmensangaben täglich mehr als 1.100 Cell-to-Pack-Batteriesysteme und bis zu 335.000 Einheiten pro Jahr vom Fließband laufen. In den Ausbau der Batterieproduktion hat Skoda 205 Millionen Euro investiert. Das neue Werk nimmt eine Fläche von 55.000 Quadratmetern ein.

Skoda war im Jahr 2021 mit dem Enyaq in das Elektrozeitalter gestartet. Das E-SUV hatte sich von Beginn an gut verkauft – im Jahr 2025 waren es knapp 80.000 Einheiten. Mit dem Elroq folgte Anfang 2025 das zweite elektrische E-Modell, das mit 95.000 Einheiten die Erwartungen übertraf – vor allem in Deutschland. Zusammen mit den Plug-in-Modellen hatte zuletzt jeder fünfte Skoda-Neuwagen einen Stecker.

Doch auch bei Skoda wird die Zukunft zunehmend elektrisch. Im Mai dieses Jahres steht die Premiere des neuen vollelektrischen City-SUV Epiq an. Das künftige Flaggschiff Peaq mit bis zu sieben Sitzen folgt im Sommer. Vor allem das Elektro-Einstiegsmodell Epiq dürfte die BEV-Zulassungen der Tschechen nochmals deutlich erhöhen, das Modell wird allerdings in Spanien gebaut.

Mit der aktuellen Investition werde Skoda zum größten Hersteller von Batteriesystemen für BEVs (batterieelektrische Fahrzeuge) innerhalb des Volkswagen-Konzerns, sagte Thomas Schäfer, Chef der Wolfsburger Kernmarke VW. In der neuen Halle kommt die „Cell-to-Pack“-Technik zum Einsatz, bei welcher die Zellen ohne den Zwischenschritt über ein Modul direkt in das Akkupaket integriert werden.

Die Technik zeichnet sich nach Angaben von Skoda durch Langlebigkeit, vereinfachte Fertigung und Kosteneffizienz aus. Sie ermögliche zusammen mit der Einführung der LFP-Chemie sowie weiteren Maßnahmen eine Senkung der Batteriekosten um 30 Prozent gegenüber den bisherigen Batterien.

Taktzeit von nur 60 Sekunden

Mit den neuen Batteriesystemen aus Mlada Boleslav sollen Modelle mehrerer Marken des Volkswagen-Konzerns versorgt werden. Eine Automatisierungsrate von 84 Prozent und der Einsatz von 131 Industrierobotern gewährleisten Skoda zufolge eine Taktzeit von nur 60 Sekunden pro Batteriesystem. An der Eröffnungsfeier nahmen der tschechische Regierungschef Andrej Babis und Industrieminister Karel Havlicek teil.

Skoda fertigt seit September 2019 Hochvolt-Batteriesysteme. Die Tochtermarke gilt als wichtiges Zugpferd im zuletzt krisengeschüttelten Volkswagen-Konzern. Skoda lieferte im vorigen Jahr erstmals seit 2019 wieder mehr als eine Million Fahrzeuge aus.

Klare Arbeitsteilung

Im Dezember hatte die Konzernschwester Seat bereits ein Batteriesystem-Montagewerk in Martorell bei Barcelona eröffnet. Dort sollen Batteriesysteme für bis zu 300.000 Elektro-Kleinwagen wie den VW ID. Polo entstehen. Laut VW gilt hier innerhalb des Konzerns eine klare Arbeitsteilung: In Spanien entstehen die Batteriesysteme für die Kleinwagen mehrerer Konzernmarken, die dort in diesem Jahr in Serie gehen sollen, in Tschechien die für mittelgroße Fahrzeuge aufwärts.

(ID:50770063)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung