Euroskills 2025 Silbermedaille für deutschen Kfz-Mechatroniker

Von Edgar Schmidt 3 min Lesedauer

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Bei der Berufe-Europameisterschaft 2025 im dänischen Herning gewann in der Disziplin „Automotive Technology“ zum ersten Mal eine Kfz-Mechatronikerin die Goldmedaille. Der Deutsche Johannes Renner landete ganz knapp dahinter auf Platz zwei.

Der frisch gekürte Vizeeuropameister Johannes Renner mit seinem Trainer Jörg Stotz.(Bild:  Schmidt - VCG)
Der frisch gekürte Vizeeuropameister Johannes Renner mit seinem Trainer Jörg Stotz.
(Bild: Schmidt - VCG)

Drei Tage Wettkampf mit anspruchsvollen Aufgaben, ständig unter Zeitdruck und Beobachtung – das waren die Euroskills 2025 im dänischen Herning. Für das Deutsche Kfz-Gewerbe waren Kfz-Mechatroniker Johannes Renner (Pkw) und Kfz-Mechatronikerin Miriam Dickmann (Nfz) angetreten. Bei den Land- und Baumaschinen stellte sich Philipp Allkämper den Aufgaben. Johannes Renner konnte sich die Silbermedaille erkämpfen und Philipp Allkämper die Bronzemedaille. Für Miriam Dickmann reichte das Ergebnis nicht für eine Medaille. Doch auch sie kann stolz auf ihre Leistung sein, da allein schon die Teilnahme bei den Europameisterschaften zeigt, dass sie zu den Besten ihres Faches gehört.

Zwei Europameisterinnen

Sowohl in der Disziplin „Automobile Technology“ (Skill 33) als auch in der Disziplin „Truck and Bus Technology“ (Skill 54) siegte in diesem Jahr jeweils eine Frau: Bei den Kfz-Mechatronikern für Pkw-Technik Leonie Tieber aus Österreich und bei den Kfz-Mechatronikern für Nutzfahrzeugtechnik Alina Knüsel aus der Schweiz. Platz drei bei den Pkw-Mechatronikern holte sich Bence Tánczos aus Ungarn. Bei den Nutzfahrzeugmechatronikern landete Tobias Kjærgaard Madsen aus Dänemark auf Platz zwei und Alexis Barrouquère-Theil aus Frankreich auf Platz drei.

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Anspruchsvolle Aufgaben

Im Skill 33 traten in diesem Jahr insgesamt 18 Teilnehmer an. Sie musste an den drei Wettkampftagen in fünf Modulen ihr Können beweisen. Das Spektrum reichte dabei von der Motormechanik und Motorvermessung über den Bereich Fahrwerk, Lenkung, Bremse bis hin zu Motor- und Komfortelektronik. In einem Zusatzmodul mussten sie eine Aufgabe komplett digital bewältigen. Für jedes der praktischen Module hatten sie drei Stunden Bearbeitungszeit.

Die einzelnen Aufgaben sind bei den internationalen Meisterschaften allerdings so aufwendig, dass sie in der zur Verfügung stehenden Zeit kaum zu meistern sind. Darum ist es wichtig, dass die Probanden strukturiert vorgehen, um so viel wie möglich zu schaffen. Dafür ist etwa der routinierte Umgang mit allen Messgeräten und Werkzeugen wichtig. Den konnten die beiden deutschen Kfz-Fachleute in einigen Trainings und Vorbereitungswettkämpfen üben, die der ZDK für sie organisiert hatte. Auch die deutschen Experten und Bundestrainer, Jörg Stotz, Thomas Holzmann, Andy Schuck und Tobias Zander sorgten für eine optimale Vorbereitung.

Johannes Renner, der seine Ausbildung bei Auto Zimmermann im baden-württembergischen Gerstetten-Dettingen absolviert hatte und auch weiterhin dort arbeitet, fühlte sich in Herning beim Modul Fahrwerk, Bremse, Lenkung am wohlsten. Das konnte er auch als bester Teilnehmer absolvieren. Beim Modul zur Komfortelektronik war er dagegen mit seiner Leistung nicht zufrieden. Trotzdem trennten ihn am Schluss gerade einmal vier Punkte von der Goldmedaille. Kritisch sah er die Digitalaufgabe, da es hierbei um die Berechnung von elektronischen Bauteilen ging, die mit dem Werkstattalltag nichts zu tun hätten. Die Ergebnisse der Teilnehmenden bei dieser Aufgabe zeigen, dass nicht nur er Probleme mit dieser Aufgabe hatte.

Die Nutzfahrzeugtechnik

In Skill 54 waren in diesem Jahr insgesamt acht Teilnehmer am Start. Auch sie mussten in fünf Modulen ihr Können unter Beweis stellen: Motormechanik, Motormanagement, Bremssystem, Lenkung und Federung sowie Elektrik. Miriam Dickmann, die in Hamburg bei den FFG Fahrzeugwerkstätten Falkenried gelernt hat und auch weiterhin arbeitet, machten hier die Aufgabe zur Motormechanik am meisten Spaß. Probleme bereitete ihr die Aufgabe zur Druckluftbremse, da sie eher in der Bustechnik zu Hause ist. Obwohl die Disziplin „Truck and Bus Technology“ heißt, drehten sich in Herning alle Aufgaben um die Lkw-Technik.

Erfolgreiches Team-Deutschland

Euroskills ist die größte Veranstaltung in Europa zum Thema berufliche Bildung. 585 Teilnehmer aus 32 Nationen zeigten bei der inzwischen 9. Auflage dieses Wettbewerbs in 38 Disziplinen vor mehr als 100.000 Zuschauenden ihr Können. Die deutsche Berufe-Nationalmannschaft trat mit 32 Fachkräften in 28 Disziplinen an und kann insgesamt auf einen sehr erfolgreichen Wettbewerb zurückblicken.

Die Mannschaft kehrte mit 22 Medaillen aus Dänemark zurück: siebenmal Gold, sechsmal Silber, dreimal Bronze und sieben sogenannte Exzellenzmedaillen. Letztere bekommen Teilnehmende, die nicht auf dem Podium landen, aber dennoch hervorragende Leistungen gezeigt haben.

Auch Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend besuchte den Wettbewerb. Sie lobte: „Die Euroskills zeigen, wie vielfältig und stark die berufliche Bildung in Europa ist. In Dänemark bewies das deutsche Team eindrucksvoll, was handwerkliche Spitzenleistung bedeutet.“

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Wer sich den Wettbewerb ebenfalls einmal ansehen möchte, hat bei den 10. Euroskills im Jahr 2027 eine gute Gelegenheit dazu: Der Wettbewerb findet dann vom 22. bis 26. September in Düsseldorf statt. Es lohnt sich, diesen Termin jetzt schon in den Kalender einzutragen.

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