Historische Fahrzeuge Junge Leute mit der richtigen Einstellung gesucht

Von Dipl.-Ing. (FH) Kfz-Technik Peter Diehl 4 min Lesedauer

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Die Schaffung eines Berufsbilds für Oldtimerspezialisten scheiterte vor rund einem Jahrzehnt, die Fortbildung zum Restaurator des Handwerks wird „Häuptlinge“ statt benötigter „Indianer“ erzeugen. Eine Initiative von zwei Enthusiasten sorgt nun doch für Hoffnung in den Werkstätten.

Zwei Oldtimer-Enthusiasten, die den Mangel an Nachwuchs in den Werkstätten beseitigen wollen: Franz Cremer (l.) und Tom Fischer.(Bild:  Diehl – VCG)
Zwei Oldtimer-Enthusiasten, die den Mangel an Nachwuchs in den Werkstätten beseitigen wollen: Franz Cremer (l.) und Tom Fischer.
(Bild: Diehl – VCG)

Weitergabe von Fachwissen von Alt an Jung – mit diesen Worten lässt sich die Initiative von Tom Fischer und Franz Cremer zusammenfassen. Fachwissen soll nicht verloren gehen, sondern vermittelt und gemanagt werden. Dass beide ursprünglich nicht aus dem Kfz-Handwerk stammen, ist hier womöglich von Vorteil. Der Wirtschaftsingenieur und heutige Pensionär Franz Cremer verbrachte drei Jahrzehnte bei der BMW Group, unter anderem als Leiter des Versuchsfahrzeugbaus. Tom Fischer, gelernter Kommunikationselektroniker und Fahrzeuglackierer, ist Inhaber einer Oldtimerwerkstatt im südlich von Rosenheim gelegenen Brannenburg. Sein Hauptaugenmerk liegt auf Ferrari; auch an Oldtimern anderer Marken wird gearbeitet.

Beide kamen auf typische Art zusammen: Franz Cremer fand als Kunde zu Tom Fischer. Der Kontakt wurde mit den Jahren enger, und irgendwann klagte der eine dem anderen sein Leid: kein Nachwuchs in der Werkstatt. Zunächst folgten lange Gespräche, später Meetings mit wachsender Teilnehmerzahl. Mitte Januar dieses Jahres fand an der TH Rosenheim bereits das dritte Meeting statt. Deren regelmäßige Teilnehmer sind unter anderem die Werkstattbetreiber Thomas Feierabend, Peter Praller, Robert Schramm und Michael Strohhammer, Harald Keil (Werkstattleiter BMW Group Classic), sein Kollege Klaus Kutscher, Ralf Speth (bis 2020 CEO von Jaguar Land Rover) sowie Joachim Syha und Matthias Kemmer vom Branchenverband ZDK. Prof. Dr. Mario Theissen, Senior Vice President des Oldtimer-Weltverbands Fédération Internationale des Véhicules Anciens (FIVA), begleitet das Vorhaben von Beginn an aktiv.