Berufsschulen fehlen Fachlehrer

Redakteur: Johannes Büttner

Die Handwerkskammer Düsseldorf und die Kfz-Innung Mönchengladbach fordern die Politik auf, Maßnahmen gegen den Fachlehrermangel zu ergreifen.

Die Handwerkskammer Düsseldorf sorgt sich um die Zukunftsfähigkeit der Berufskollegs in Nordrhein-Westfalen: In den nächsten Jahren würden viele Fachlehrer aus dem Schuldienst ausscheiden, Nachwuchspädagogen kämen kaum nach. Schon heute leide vielerorts die Qualität des Berufsschulunterrichts, unter anderem der Kfz-Mechatroniker, unter dem Lehrermangel.

Gemeinsam mit Kreishandwerkerschaften und Innungen habe die Handwerkskammer schon seit 2007 auf die sich anbahnende Problematik hingewiesen, erklärte deren Präsident Prof. Wolfgang Schulhoff auf einer Pressekonferenz. Das Handwerk habe verschiedene Vorschläge zur Behebung des Mangels unterbreitet, in der Politik aber kein Gehör gefunden.

Inzwischen müssen die Kfz-Fachlehrer an einigen Schulen wie beispielsweise dem Berufskolleg Rheydt-Mülfort in Mönchengladbach zwei Klassen parallel unterrichten. Das bedeutet, dass die Schüler sich in der Hälfte der Zeit Inhalte selbstständig erarbeiten müssen. Wenn dann noch ein Lehrer erkrankt, fällt der Unterricht aus. Ein Betrieb hat inzwischen bereits die Konsequenzen aus dieser Situation gezogen und schickt seine Azubis in eine andere, weiter entfernte Berufsschule.

Meistern den Quereinstieg ermöglichen

Als Sofortmaßnahme gegen den Lehrermangel schlägt das Handwerk vor, schon ab dem kommenden Schuljahr erfahrene Meister als Quereinsteiger zu gewinnen und sie an gewerblich-technischen Berufsschulen Fachunterricht erteilen zu lassen. „Die zugespitzte Situation verlangt nach einer unkonventionellen Lösung“, betonte Schulhoff.

Außerdem müsse das Land Maßnahmen ergreifen, um das Berufsbild des Berufsschullehrers unter jungen Leuten bekannter und attraktiver zu machen. „Ohne genügend qualifizierte Pädagogen an den Berufskollegs gerät das Erfolgsmodell des dualen Bildungssystems in Gefahr“, so Schulhoff.

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