Billiger reparieren mit dem 3D-Drucker

Redakteur: Edgar Schmidt

Reparaturen können für Kunden günstiger und trotzdem für Kfz-Betriebe lukrativer werden. Wie das gehen kann, zeigt das Projekt „Kfz-Engineering 2020“. Forscher und Werkstattpraktiker arbeiten dabei Hand in Hand.

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Der 3D-Druck könnte künftig die Reparaturkosten für die Kunden senken.
Der 3D-Druck könnte künftig die Reparaturkosten für die Kunden senken.
(Foto: HWK Oberfranken)

Ein Kunde kommt mit seinem Cabrio und einem defekten Windschott in die Werkstatt. Sein Problem ist eigentlich nur, dass an dem Kunststoffteil, mit dem das Windschott an der Karosserie befestigt wird, die Rasternase abgebrochen ist. Deshalb erwartet er auch keine besonders hohe Rechnung. Da allerdings der Fahrzeughersteller keinen Ersatz für den Befestigungsclip anbietet, muss der Kunde für 300 Euro ein komplett neues Windschott kaufen. Die Werkstatt erhält davon gerade einmal 40 Euro als Teilemarge und zehn Euro für den Austausch des defekten Clips. Sie hat also nur eine Wertschöpfung von 14 Prozent und einen verärgerten Kunden.

Das muss auch anders gehen, dachten sich die Handwerkskammer Oberfranken, die Fraunhofer Projektgruppe Prozessoptimierung und die Uni Bayreuth und gründeten das Projekt „Kfz-Engineering 2020“. Ziel ist es, die Reparaturkosten für den Autofahrer zu senken und dabei gleichzeitig durch eine höhere Reparaturquote die Wertschöpfung im Handwerk zu steigern. Gleichzeitig wollen die Projektmitarbeiter neue Serviceleistungen entwickeln, die ebenfalls die Reparaturkosten der Fahrzeuge senken, wie zum Beispiel Systeme zur Online-Ferndiagnose.