„Bis an die Grenze gehen“

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Ihre Reparaturmethoden der „Dellendrücker“ werden immer popululärer. Heinrich Straubinger ist einer von ihnen und zugleich einer der wenigen echten Spezialisten die es gibt.

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Alle Menschen lieben Sonne und schönes Wetter – fast alle. Denn ein paar wenigen, wie zum Beispiel Heinrich Straubinger, kommen Wetterkapriolen mit Hagel und Co. überaus gelegen. Der Grund: Meister Straubinger verdient sich seinen Unterhalt damit, Dellen an Automobilen zu entfernen, die nicht selten durch Unwetter zu Stande kommen. Dabei wendet der Mann aus dem niederbayerischen Simbach die sanfte Ausbeultechnik an. Mit einem umfangreichen Sortiment an Hebeln drückt er die Dellen „einfach“ aus dem Blech heraus.

Doch nicht nur Hagelschäden lassen die Kassen der so genannten „Dellendrücker“ klingeln. Parkrempler und jeder unachtsame Kontakt mit anderen Fahrzeugen oder Gegenständen hinterlassen oftmals hässliche Spuren im geliebten Fahrzeugblech. Früher griff die Werkstatt dann meist zu Spachtel und Lackierpistole und entfernte diese Spuren mit leider oft „sichtbarem“ Erfolg. Zudem war diese Technik aufwändig und damit oft auch teuer.

Hinzu kam, dass Hagelunwetter immer häufiger wurden und Versicherer die dadurch entstandenen Schäden immer unwilliger zahlten. Auch erschwerten die modernen Fahrzeuge eine schnelle Dellen-Instandsetzung. Eine Alternative musste her. Der Markt reagierte und brachte die besagte Ausbeultechnik hervor.

Neuer Markt

Die Firma Dellen Straubinger ist einer der Pioniere und ihr Chef eine echter Tüftler auf dem Gebiet der Dellenentfernung. Der Dellenprofi mit 25-jähriger Berufserfahrung betätigt sich seit 1995 mit einem eigenen Unternehmen auf diesem Gebiet. Wie in jedem Handwerksberuf ist auch hier Qualität das A und O. „Vor etlichen Jahren kamen zirka 90 Prozent der Dellenentferner aus dem Ausland. Deren Arbeitsqualität ließ oft zu wünschen übrig“, erinnert sich Straubinger.

Der noch junge Markt brachte es mit sich, dass Straubinger das kaum verfügbare Handwerkszeug – das sind zahlreiche Spezialhebel – kurzerhand selbst anfertigte. „Denn außer viel Erfahrung benötigt man gutes geeignetes Werkzeug“, erklärt der Chef. So beseitigt Straubinger nicht nur die bekannten Blechschäden, das Unternehmen bietet interessierten Betrieben darüber hinaus ein breites Angebot an hauseigenen Ausbeulvorrichtungen.

Der Simbacher hat sich mit Leib und Seele den Dellen verschrieben. Das brachte ihn auch dazu, im Jahr 2004 sein eigenes Schulungszentrum zu eröffnen. Seitdem gibt er sein Wissen in umfangreichen Lehrgängen (Dauer meist drei Tage) interessierten Karosseriebauern und Mechanikern weiter. Diese erhalten die Möglichkeit, sich mit etwas Geschick ein zusätzliches Verdienststandbein zu schaffen. Denn Hagelniederschlag fällt immer häufiger, moderne (Klar-) Lacke mit Nanotechnologie lassen sich so gut wie nicht beilackieren und die Rüstzeiten moderner Fahrzeuge werden auch immer länger. Dem Dellenprofi wird also die Arbeit nicht ausgehen.

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