Batterierecycling Blei bleibt bestehen

Von Malika Matkarimova 4 min Lesedauer

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Alte Batterien sind mehr wert, als viele denken. Statt sie einfach zu entsorgen, lohnt sich das Recycling. Hohe Wiederverwertungsquoten sichern wertvolle Rohstoffe, während Rücknahmesysteme Werkstätten finanzielle Vorteile bieten.

Laut Unternehmensangaben verwertet Banner 99 Prozent der Komponenten einer Blei-Säure-Batterie wieder und stellt die meisten Neuteile aus Recyclingmaterial her.(Bild:  Andreas Wenter)
Laut Unternehmensangaben verwertet Banner 99 Prozent der Komponenten einer Blei-Säure-Batterie wieder und stellt die meisten Neuteile aus Recyclingmaterial her.
(Bild: Andreas Wenter)

In Kfz-Werkstätten gehört der Wechsel von Starterbatterien zum Tagesgeschäft. Doch was passiert mit den ausgedienten Energiespeichern, nachdem sie ihren Dienst getan haben? Laut Umweltverbänden und einigen Branchenvertretern sind Starterbatterien ein Paradebeispiel für effizientes Recycling: Bis zu 99 Prozent ihrer Bestandteile können wiederverwertet werden. Für Werkstätten und Betriebe bedeutet dies nicht nur eine umweltfreundliche Entsorgungsmöglichkeit, sondern auch finanzielle Vorteile durch Rücknahmevergütungen und ein etabliertes Pfandsystem.

Vom Schrott zum Rohstoff

Starterbatterien haben ein zweites Leben – nur eben nicht in Fahrzeugen. Sobald sie ausgedient haben, beginnt ihre Reise zurück in den Produktionskreislauf. Die Kreislaufwirtschaft bei Starterbatterien beruht auf einem bewährten System aus Sammlung, Zerlegung und Wiederverwertung. Alte Batterien werden in den Werkstätten ausgebaut, in speziellen Sammelbehältern aufbewahrt und von zertifizierten Recyclingunternehmen abgeholt.

Beim Bleiakku ist der Werkstoffkreislauf bereits geschlossen – die Hersteller von Lithium-Ionen-Akkus arbeiten noch daran.(Bild:  Banner)
Beim Bleiakku ist der Werkstoffkreislauf bereits geschlossen – die Hersteller von Lithium-Ionen-Akkus arbeiten noch daran.
(Bild: Banner)

Einige Batteriehersteller, wie Banner, sind aktiv in diesen Recyclingprozess eingebunden. Beim österreichischen Hersteller übernehmen die Vertriebsniederlassungen die Abholung der alten Akkus und liefern sie zur Weiterverarbeitung an Sekundärbleihütten. Laut eigenen Angaben hat Banner in den vergangenen 28 Jahren in Österreich rund 21,7 Millionen Fahrzeugbatterien gesammelt und dabei etwa 230.000 Tonnen Blei recycelt.

Nach der Sammlung beginnt der eigentliche Recyclingprozess. In der Recyclinganlage findet das große Zerlegen statt: Die Batterien werden mechanisch zerkleinert und die wertvollen Materialien voneinander getrennt. Dabei wird das enthaltene Blei eingeschmolzen und ohne Qualitätsverlust für die Herstellung neuer Batterien wiederverwendet, wodurch eine Recyclingquote von nahezu 100 Prozent erreicht wird. Das Kunststoffgehäuse der Batterien wird gereinigt, aufbereitet und für neue Batterien oder andere Kunststoffprodukte weiterverwertet. Die Schwefelsäure, die als Elektrolyt dient, wird neutralisiert und kann in Form von Natriumsulfat weiterverwendet werden.

Alte Akkus sind mehr als nur Abfall

Die Entsorgung von Altbatterien ist nicht nur gesetzlich geregelt, sondern für Werkstätten auch finanziell interessant. Beim Kauf einer neuen Batterie wird in der Regel ein Pfand erhoben, das dem Kunden erstattet wird, wenn er die alte Batterie zurückgibt. Darüber hinaus erhalten Händler und Betriebe oft eine zusätzliche Vergütung für die Rücknahme und Lagerung von Altbatterien. Die Höhe ist laut Banner mengenabhängig und orientiere sich zusätzlich am aktuellen, an der Börse notierten Bleipreis. Die genauen Vergütungssätze würden individuell mit den jeweiligen Partnern abgestimmt. Nach Angaben aus der Branche sollen Hersteller und Recyclingbetriebe diese Vergütungen zahlen, um eine hohe Rücklaufquote zu gewährleisten und den Kreislauf effizient aufrechtzuerhalten.

Viele Werkstätten arbeiten zudem mit spezialisierten Recyclingunternehmen zusammen, die den Transport und die fachgerechte Entsorgung übernehmen. Dadurch sollen für die Betriebe kaum zusätzliche Aufwände entstehen, während sie gleichzeitig von den Rücknahmevergütungen profitieren. Eine fachgerechte Sammlung und Lagerung in geeigneten Behältern ist jedoch Voraussetzung für eine problemlose Abholung und Weiterverarbeitung. Wer eine größere Menge sammelt, kann am Ende des Tages mit einem kleinen Zusatzverdienst rechnen.

Ein wichtiger Vorteil der Kreislaufwirtschaft ist die Reduzierung der Abhängigkeit von Rohstoffimporten. Da recyceltes Blei ohne Qualitätsverlust immer wieder verwendet werden kann, trägt das Recycling erheblich zur Rohstoffsicherheit in Europa bei. Laut Branchenexperten kann die EU durch die hohen Rücklaufquoten von Blei-Säure-Batterien einen Großteil ihres Bedarfs selbst decken. Dies steht im starken Gegensatz zu Lithium-Ionen-Batterien, die für Elektrofahrzeuge benötigt werden und deren Rohstoffe wie Lithium, Nickel oder Kobalt größtenteils aus anderen Ländern, insbesondere China, importiert werden müssen. Die hohe Recyclingquote bei Starterbatterien bedeutet auch, dass Werkstätten, die aktiv am Rücknahmesystem teilnehmen, zur Rohstoffsicherung in Europa beitragen und gleichzeitig eine nachhaltige Entsorgung gewährleisten. Angesichts globaler Unsicherheiten und steigender Rohstoffpreise gewinnt dieser Aspekt zunehmend an Bedeutung.

Ein Ende des Bleis ist nicht in Sicht

Die Automobilbranche befindet sich im Wandel, und mit der zunehmenden Verbreitung von Elektrofahrzeugen steigt auch der Einsatz von Lithium-Ionen-Batterien. Dennoch wird die klassische Blei-Säure-Starterbatterie in absehbarer Zukunft weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Einer der Gründe dafür ist ihre Zuverlässigkeit: Blei-Säure-Batterien funktionieren auch unter extremen Bedingungen, etwa bei niedrigen Temperaturen, und liefern zuverlässig die benötigte Energie für das Starten von Fahrzeugen. Zudem sind sie in der Herstellung und im Recycling deutlich günstiger als Lithium-Ionen-Batterien, was sie wirtschaftlich attraktiv macht. Ein weiterer Aspekt ist ihre anhaltende Bedeutung in modernen Hybrid- und Elektrofahrzeugen, die häufig eine separate 12-Volt-Blei-Säure-Batterie für Bordnetzsysteme nutzen. Während Lithium-Ionen-Batterien aufgrund ihrer Energiedichte und ihrer Bedeutung für die Elektromobilität an Relevanz gewinnen, bleibt die Blei-Säure-Batterie eine bewährte Technologie, die noch viele Jahre auf dem Markt bestehen wird.

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Für Werkstätten und Betriebe, die mit Starterbatterien arbeiten, bietet das etablierte Rücknahme- und Recyclingsystem zahlreiche Vorteile. Neben finanziellen Anreizen und gesetzlichen Verpflichtungen trägt die Rückgabe alter Batterien zur Ressourcenschonung und Rohstoffsicherung bei. Die hohe Recyclingquote und die effiziente Kreislaufwirtschaft machen die Blei-Säure-Batterie zu einem ökologisch sinnvollen Produkt, das in der Automobilbranche weiterhin eine wichtige Rolle spielt.

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