BMW 2er Active E-Drive: Allrad dank E-Motor

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Seitz erläutert die „Intelligenz“ des Systems, das mit dem Navigationssystem zusammenarbeitet: „Ist eine Zielführung aktiv, wird automatisch die effektivste Nutzung der verfügbaren Energie berechnet, wobei der elektrische Anteil Priorität hat“. Zeit zum Umschalten auf die Betriebsart, die „Max E-Drive“ genannt wird. Hier wird der Verbrennungsmotor in Zwangsurlaub geschickt. Bei 130 km/h greift eine elektronische Tempobremse, die nur durch einen heftigen Tritt aufs Gaspedal überwunden werden kann.

Nicht ganz 40 Kilometer lang kann die Fahrt in diesem Modus andauern, wenn man denn im Stadtverkehr mit gemäßigtem Tempo unterwegs ist. Endet eine solche Tour zum Beispiel mit dem Feierabend an der heimischen Garage, kann die Batterie per Steckdose wieder aufgeladen werden. Zweieinhalb Stunden dauert das an einer sogenannten „Wallbox“, eine Stunde länger an der normalen Haushaltssteckdose.

Aber auch der Benziner spielt die Rolle des Lademeisters. Geht der Batterie nämlich unterwegs der Saft aus, beginnt er automatisch die Wiederbelebung. Das dauert zwar einige Kilometer, die aber dennoch im Vergleich zum Andocken an der Steckdose wie im Fluge vergehen. Eine wichtige Funktion, denn wirklich leer darf die Batterie des Active Tourers nie werden. Schließlich muss sie jederzeit bereitstehen, um den Allradantrieb zu aktivieren. Er wird selbsttätig zugeschaltet, wenn bessere Haftung der Räder verlangt wird. Ob bei Nässe, Schnee oder sonstiger Rutschgefahr, beim zügigen Umkurven von Biegungen oder beim kraftvollen Beschleunigen wie zum Beispiel beim Überholen. Dazu wird das System mit dem elektronischen Schleuderschutz, der bei BMW „DSC“ genannt wird, vernetzt.

Wer gezielt sportlich unterwegs sein will, wählt die Sporteinstellung. In ihr wird der Stromer im Heck immer zusammen mit seinem vorderen Partner in Betrieb sein. Die Leistung wird addiert und erreicht so den Höchstwert von 188 kW/224 PS. So ganz nebenbei wird die Batterie ständig geladen, so dass beim Rumtollen nur der Tankinhalt die Grenze setzt. Wer so unterwegs sein will, wird auch im Öko-BMW den Normverbrauch von nur zwei Litern auf 100 Kilometer nie erreichen, muss sich mit einem sicher zweistelligen Wert anfreunden. Aber wer ein solches Auto kauft, gehört wohl eher zu den bedächtigen Zeitgenossen.

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Die Möglichkeit, einen Plug-in-Hybrid zu nutzen, wurde beim 2er Active Tourer schon bei der Entwicklung geschaffen. Alle Aggregate können so gezielt platziert werden, dass die Doppelherz-Version einen genauso großen Laderaum wie das Normal-Modell hat. Auch das Staufach unterhalb Kofferraumbodens blieb erhalten.

BMW-Kunden müssen sich nur noch ein knappes Jahr gedulden, bis der so angetriebene 2er vor der eigenen Tür parken kann. Über Preise spricht BMW natürlich noch nicht, sie sollen sich aber auf dem Niveau des heutigen Spitzenmodells 225i Active Tourer bewegen. Mit rund 40.000 Euro wäre man also dabei.

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