BMW 503 und 507: Flitzer für die Superreichen

Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Sie waren große Glanzlichter auf der IAA 1955, stürzten BMW nur wenige Jahre später aber in ein finanzielles Dilemma. Die Modelle 503 und 507 feiern 60. Geburtstag.

(Foto: BMW)

Bei der IAA 1955 waren der Roadster BMW 507 und der BMW 503 mit Coupé- und Cabrio-Karosserien umjubelte Glanzlichter. Als „weißblaue Diamanten vom Isarstrand“ feierte die Fachpresse die V8-BMW, die mit Preisen von rund 30.000 Mark ähnlich teuer waren wie ein Siedlungshaus. Aber – was keiner ahnte – eine weit bessere Wertanlage darstellten, werden doch heute für den BMW 507 Roadster Preise von zwei bis drei Millionen Euro aufgerufen.

Alle BMW 503 trugen Leichtmetallkarosserien, die nach althergebrachter Weise über einer hölzernen Klopfform konturiert wurden. Diese Coupés und Cabriolets konnten in so vielfältigen Ausstattungsdetails konfiguriert werden, dass am Ende jedes der insgesamt 412 gebauten Autos ein Unikat war. Mit optionalem Schnellverschluss für die Räder, Becker-Auto-Radio, kurz übersetztem Sportgetriebe und anderen extraordinären Goodies konnte der Kaufpreis des BMW 503 auf bis zu 38.000 Mark in die Höhe schnellen. Das entsprach dem Gegenwert von etwa 15 BMW Isetta oder von fast drei BMW „Barockengel“-Limousinen, auf deren stabilen Fahrgestellen die BMW 503 und 507 basierten.

60 Jahre BMW 503 und 507: Flitzer für Reich und Schön
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Wer waren die Käufer des bayerischen Supercar-Duos mit der einzigen deutschen V8-Maschine? Der New Yorker BMW-Importeur Max Hoffman hatte gehofft, vor allem Amerikaner begeistern zu können. Er kalkulierte mit 1.500 Bestellungen pro Jahr allein für den BMW 507. Für die klammen Kassen im Münchner BMW-Hauptquartier wäre dies ein höchst willkommener Geldsegen gewesen. Doch diese Träume platzten wie Seifenblasen. Zu wenig PS-Leistung im Vergleich zu muskulösen amerikanischen V8, befanden Presse und potentielle Kunden. Vor allem aber viel zu hohe Preise. So blieb es bis zum offiziellen Produktionsende des BMW 507 im Jahr 1959 bei nur 254 Fahrzeugen.

Nachdem Mitte der 1950er Jahre auch noch der Motorradabsatz einbrach, brachte die groteske Modellpalette aus Oberklasse- und Sparmobilen die Marke BMW in ein finanzielles Dilemma, aus dem nur ein völliger Neubeginn herausführen konnte. Die „Neue Klasse“ der Modelle 1500 bis 2000 war es, die 1961 diesen Neustart symbolisierte. Ganz auf den Glamour großer Coupés verzichten wollten die Münchner aber nicht. So trug ab 1961 das von Bertone gezeichnete und gebaute V8-Coupé BMW 3200 CS die Flamme fort, die der BMW 503 entzündet hatte. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts setzte dann der BMW Z8 seinem großen Vorbild 507 ein spätes stilistisches Denkmal.

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