BMW bringt zwei 4er für Flotte und Frau
Ab Juni bringt BMW mit dem X4 und dem 4er Grand Coupé zwei neue Modelle ohne Vorgänger auf den Markt. Die Münchner sehen sich mit den Fahrzeugen als Trendsetter und somit auf der Erfolgsspur.

BMW gründet mit dem X4 und dem 4er Grand Coupé nach eigenen Angaben zwei neue Segmente: Denn für keines der beiden Modelle finden sich laut BMW-Bereichsleiter Klaus Fröhlich direkte Wettbewerber am Markt. Diese Ausgangssituation werde auch dem Handel bei Rabattdiskussionen sowie bei Restwertprognosen in die Hände spielen, ist sich Fröhlich sicher.
Ferner schließt Fröhlich eine Kannibalisierung der eigenen Modellpalette aus: Sage doch die BMW-Marktforschung aus, dass sich die Zielgruppen des 4er Grand Coupé zum 4er Coupé mit zwei Türen oder zum 2er Coupé nicht überschneiden. Beim Zweitürer greifen eher private Käufer ab einem Alter von 55 Jahren zu. Das Grand Coupé solle als „Allrounder“ verstärkt Flottenkunden ansprechen, so Fröhlich.
Grand Coupé wird volumenstärkstes Modell
Für den weltweiten Markt erwartet Fröhlich für das Grand Coupé 40 Prozent Kaufanteil, womit das Modell vor dem Zweitürer und dem Cabrio liegen würde. In der 6er-Baureihe beansprucht das Grand Coupé sogar 60 Prozent aller Verkäufe.
Für den X4 rechnet sich der Hersteller hingegen große Chancen für den deutschen Markt aus, da er eher den Anforderungen und Wünschen der Kunden entspreche als der größere X6. BMW hat gerade die weibliche Kundschaft im Visier, die erfahrungsgemäß eine hohe Sitzposition bevorzugt.
Welche Käufergruppen die Fahrzeuge tatsächlich anlocken, wird sich in wenigen Wochen zeigen: Das 4er Grand Coupé steht ab dem 21. Juni mit einem Einstiegspreis von 35.750 Euro im Handel. Der X4 folgt ab dem 12. Juli zu Preisen ab 45.600 Euro.
Dennoch ist fraglich, ob die weltweiten Verkaufserwartungen auch auf Deutschland zutreffen. 45 Prozent seines gesamten Volumens verkauft BMW aktuell in die USA – Zahlen, die Einfluss auf die Entwicklung der Modelle hatten. Der deutsche Markt sei im internationalen Vergleich eher untypisch und stark durch die zweite Preisschiene mit jungen Gebrauchtwagen getrieben, sagt Fröhlich. Das Geschäftsmodell der Händler baue daher stärker als in anderen Ländern auf diesem Ertragsmix auf.
4er baut seinen Marktanteil aus
Im Herbst 2013 feierte die 4er-Baureihe ihre Markteinführung. Den anfänglichen Anteil von 0,8 Prozent an den Gesamtverkäufen in 2013 erweiterte das Coupé auf 6,3 Prozent im ersten Jahresdrittel 2014. Damit landet der Debütant auf Rang sechs der BMW-Hitliste. Unangefochten auf dem ersten Platz steht nach den ersten vier Monaten immer noch der BMW 3er. Im Vergleich zum 2013er-Gesamtjahr büßte er allerdings 4,7 Prozent seines Anteils ein.
(ID:42715091)