BMW-Händler umgehen Reformprozess
Die Mitglieder des BMW-Händlerverbands haben neue Vorstandsmitglieder bestimmt. Mit dem Ergebnis verpassen sie kritischen Händlerstimmen zufolge die Chance, den Verband neu aufzustellen.

Die BMW-Händler in Deutschland haben kritischen Händlerstimmen zufolge die Chance verpasst, ihren Verband personell – und damit auch inhaltlich – zu reformieren. Mit 76 Prozent Wahlbeteiligung haben die Mitglieder des Verbands Deutscher BMW-Vertragshändler (VDB) neue Vorstandsmitglieder bestimmt. Das Gremium zählt nun vier neue Vertreter in seinen Reihen, drei behalten ihre Position – sechs mussten nicht gewählt werden.
Gründe für einen Kurswechsel gäbe es genügend, erklären einige Händler auf Nachfrage. Dazu zählen unter anderen die Etablierung des zum 1. Januar eingeführten Preissystems von BMW sowie die Abstimmung der kommenden Händlerverträge. 2012 habe sich die Händlerrendite beim Neuwagengeschäft von einem Prozent auf null Prozent reduziert. „Wir haben doch das Autoverkaufen nicht verlernt. Durch das neue Preissystem nimmt der Hersteller geschätzte 45 Millionen aus dem Handel heraus“, sagte ein BMW-Händler im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE«. Der bereits ausgeschiedene Vertriebsleiter Karsten Engel habe in den vergangenen 15 Monaten seinen Händlern zu viel abverlangt, heißt es weiter aus dem Vertriebsnetz – und der Verband habe nicht zufriedenstellend gegengesteuert.
Werner Entenmann bleibt Verbandspräsident
Obwohl der Vorstand den jetzigen Verbandspräsidenten Werner Entenmann im Amt bestätigt hat, steht seine Position im Fokus einiger Händler: „Unter den Gegenkandidaten in den Wahlgebieten hätte es welche gegeben, die sich als Präsident hätten aufstellen lassen. Mit dem vorliegenden Ergebnis traf Herr Entenmann bei seiner Wiederwahl jedoch auf keine Konkurrenz und wurde mit elf zu zwei Stimmen im Amt bestätigt“, sagte ein Partner auf Anfrage.
Vorstandsteilwahlen erfolgen alle drei Jahre
Satzungsgemäß entsendet jedes Wahlgebiet zwei Kandidaten für sechs Jahre in den Vorstand. Alle drei Jahre wird im Wechsel einer der beiden Vertreter neu gewählt. „Damit wollen wir vermeiden, dass wir auf einmal einen komplett neuen Vorstand vorfinden“, sagte Verbandspräsident Werner E. Entenmann im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE«. Die einzige Ausnahme stellt dieses Jahr das Wahlgebiet 4 dar – in diesem waren zwei Plätze vakant. Zu den zwölf Mitgliedern kommt noch ein zusätzlicher Vertreter hinzu, der für die reinen BMW-Servicebetriebe spricht. Die Ergebnisse der einzelnen Abstimmungen aus den sechs Wahlgebieten des VDB finden sich im folgenden Kasten.
Präsidium komplett im Amt bestätigt
Es obliegt dem Vorstand, alle drei Jahre ein neues Präsidium und Ausschusssprecher zu wählen. Erstmalig verlegte der VDB seine konstituierende Versammlung vom ursprünglichen Termin im Januar auf den Dezember. Bei der Sitzung am 11. Dezember bestätigte der Vorstand den bestehenden Präsidenten Werner E. Entenmann (Autohaus Entenmann GmbH, Esslingen) und die beiden Vizepräsidenten Rolf Heinzelmann (AHG Autohandelsges. mbH, Horb a.N.) und Michael Fritze (Autohaus Fritze, Sangerhausen) in ihren Ämtern.
Auch die Sprecher der drei Ausschüsse wurden wiedergewählt: Rolf Heinzelmann (Ausschuss Vertrieb), Michael Fritze (Ausschuss Aftersales) und Peter Reisacher (Ausschuss Betriebswirtschaft/EDV) vom Autohaus Reisacher GmbH aus Memmingen.
Zudem gehören noch Edgar Nies (Autohaus Albert Bauer GmbH, Flensburg) und Peter Matthes (Autohaus Matthes GmbH, Menningen) zum Vorstand.
Die deutsche BMW- und Mini-Partnerorganisation besteht aus etwa 610 BMW- und 220 Mini-Standorten sowie 130 reinen Servicebetrieben. Insgesamt beschäftigten diese Betriebe etwa 18.200 Mitarbeiter, davon 3.700 Auszubildende, und erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von zirka zehn Milliarden Euro. Der VDB vertritt zirka 90 Prozent der Handels- und Serviceorganisation.
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