BMW-Historie: Sechs Richtige statt V8 in der Oberklasse

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Auch die Optik der Sechszylinder-BMW wurde 1971 überarbeitet. Der Kühlergrill war jetzt bei allen Motorisierungen mattschwarz gestaltet, galt diese Farbe doch damals als Sportabzeichen. Einen besonderen Coup landete BMW bei der Einpreisung der neuen Flaggschiffe. So startete der 3.0 S bei 19.980 Mark, womit er fast 20 Prozent billiger war als eine vergleichbare S-Klasse. Die Kunden dankten es BMW durch eine Nachfrage, die 1972 deutlich die Produktionskapazität der E3-Baureihe übertraf.

Sogar jenseits des Eisernen Vorhangs gab es Kaufinteressenten für den 3,0-Liter. Die russischen GAZ-Automobilwerke fragten bei BMW an, ob die Bayern den Sechszylinder in die Wolga-Limousinen implantieren könnten. Dieses Ansinnen blieb allerdings ebenso Wunschdenken wie BMW-interne Überlegungen, die E3-Limousinen mit Acht- und Zwölfzylinder-Motoren heller als den Stuttgarter Stern erstrahlen zu lassen.

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Im Winter 1973/74 waren derartige Gedankenspiele ohnehin Makulatur, denn die erste Ölkrise mit Tempo 100 auf den deutschen Autobahnen setzte Marken mit sportivem Image wie BMW und Porsche deutlich mehr zu als den anderen Autobauern. So nahm sich BMW nun endlich des bisher vernachlässigten Themas Luxus an. Die neuen Spitzenmodelle 3.3 L und 3.3 Li boten nicht nur bis zu 3,3-Liter-Hubraum und ein maximales Drehmoment von fast 300 Nm.

Sie verfügten endlich über die Features, die für Chauffeurlimousinen essentiell sind, also vor allem ausreichende Beinfreiheit für die Fondpassagiere. Dazu hatte BMW den Radstand um zehn Zentimeter auf 2,79 Meter verlängert, aber auch Komfortattribute wie hintere Kopfstützen und eine zusätzliche Fondraumheizung eingeführt.

„Wer von Mercedes zu BMW geht, steigt um."

Nun war sie endgültig vorbei, die Volksmeinung: „Wer von Mercedes zu einer anderen Marke wechselt, steigt ab". Ab jetzt galt: „Wer von Mercedes zu BMW geht, steigt um." Immerhin kostete der 3.3 Li zuletzt mindestens 46.500 Mark – deutlich mehr ein als stärkerer, stattlicherer und modernerer Mercedes 450 SEL. Weshalb die Langversionen der BMW-E3-Familie entsprechend rar blieben, aber den Boden bereiteten für den 1977 vorgestellten ersten BMW 7er mit noch mehr Komfort.

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