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BMW iX3: Sparsamer Spätzünder

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Anfang 2021 bringt auch BMW sein erstes Elektro-SUV auf den Markt – nach den maßgeblichen Konkurrenten. Der iX3 profitiert dabei von seinem späten Erscheinen. Er ist leichter und deutlich sparsamer als seine Mitbewerber.

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Der BMW iX3 startet im Januar ab 66.300 Euro.
Der BMW iX3 startet im Januar ab 66.300 Euro.
(Bild: BMW)

Sieben Jahre. Dies entspricht in der Regel einer ganzen Autogeneration. So lange hat sich BMW Zeit gelassen, nach dem i3 sein zweites vollelektrisches Modell auf den Markt zu bringen, den iX3. Dafür mussten die bayerischen Autobauer einige Kritik einstecken. Doch für den Kunden hat sich das Warten gelohnt. Er profitiert von der jüngsten Entwicklung bei Batterie und Elektroantrieb.

„Hätten wir den iX3 vor zwei oder drei Jahren mit den damaligen Komponenten gebaut, das Auto wäre deutlich schwerer geworden, hätte weniger Reichweite und einen höheren Verbrauch“, sagt Arno Keller, der Projektleiter des iX3. Einen Vorsprung der Konkurrenz sieht Keller nicht.

BMW iX3: Elektro-Neustart
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Unter dem Blech des ausschließlich in China produzierten Premium-SUV sitzt die, bei BMW intern genannte, 5. Generation des Elektroantriebs. Wesentliche Bauteile wie Motor, Getriebe und Leistungselektronik wurden optimiert, erleichtert und zu einem kompakten Bauteil zusammengefasst. Effizienz hatte höchste Priorität.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der iX3 soll im WLTP-Zyklus mit 18,5 kWh/100 Kilometer über 20 Prozent weniger verbrauchen als seine direkten Wettbewerber Mercedes EQC, Jaguar I-Pace und Audi e-tron. Zudem wiegt er bis zu 250 Kilo weniger als diese.

Elektromotor ohne Seltene Erden

Auch Umweltaspekte begleiteten die Entwicklung. Als erster Hersteller im Leistungssegment über 100 kW/136 PS nutzt BMW einen fremderregten Elektromotor, der ohne Magnete und damit ohne die Seltenen Erden auskommt. Ebenso konnte der Kobalt-Gehalt in den Batteriezellen um 62 Prozent gegenüber dem heutigen i3 gesenkt werden. Kobalt wird zu großen Teilen aus Minen im Kongo geschürft, teils unter primitiven Bedingungen und unter Einsatz von Kinderarbeit. „Wir beziehen unser Kobalt ausschließlich aus zertifizierten Minen aus Marokko“, sagt Keller, „und die Batterien werden CO2-neutral, zu 100 Prozent mit Öko-Strom gefertigt.“

All dies soll Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen, die voreilig behaupten, ein Elektroauto sei ökologischer Blödsinn oder schmutziger als jeder Verbrenner. BMW hat hier eine interne Vergleichsrechnung gegenüber einem X3 2.0d gemacht, wonach der iX3 im CO2-Footprint selbst bei heutigem Strom-Mix schon nach etwa 50.000 Kilometer besser dasteht als sein Diesel-Pendant.

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