BMW-Serviceaktion: Bremskraftverstärker

Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Jens Rehberg

Eine Maßnahme für knapp 200.000 in Deutschland registrierte 1er, 3er und 5er dreht sich um die Bremskraftunterstützung. Deutlich kleiner nimmt sich da ein Rückruf für sportliche M-Modelle aus.

Unter anderem werden Halter von 1er-Modellen der ersten Generation mit N43-Maschine gebeten, in die Werkstatt zu kommen.
Unter anderem werden Halter von 1er-Modellen der ersten Generation mit N43-Maschine gebeten, in die Werkstatt zu kommen.
(Bild: Hersteller)

BMW führt derzeit eine größere Serviceaktion für die Modellreihen 1er, 3er und 5er mit Vierzylinder-Ottomotor (N43) sowie eine kleinere Rückrufaktion für M-Modelle durch. Seit Juli werden allein in Deutschland 190.000 Einheiten aus den Produktionsjahren Januar 2007 bis Oktober 2013 schriftlich in die Vertragswerkstätten einbestellt, weil „das für eine vollständige Bremskraftunterstützung erforderliche Unterdruckniveau im Bremssystem möglicherweise über die Fahrzeuglebensdauer nicht bereitgestellt werden kann“, wie es ein Konzernsprecher auf Anfrage von »kfz-betrieb« formulierte. Das Fahrzeug lasse sich dann nur mit erhöhter Pedalkraft verzögern.

Nachgerüstet wird den Angaben zufolge eine „On-Board-Diagnose Bremsunterdruck“, um eine permanente Überwachung der Messwerte des Bremsunterdrucksensors durch das Motorsteuergerät zu gewährleisten. Außerdem wird die Bremskraftunterstützung geprüft. Angaben zur Dauer des Werkstattaufenthalts und zur Markierung abgearbeiteter Fahrzeuge machte der Sprecher keine. „Es sind weltweit, außer in den USA, circa 370.000 Fahrzeuge betroffen“, sagte er.

Nur 400 Einheiten weltweit betrifft dagegen ein Rückruf für sportliche M2-, M3- und M4-Modelle (beim M4 Coupé und Cabrio). Auslöser ist eine bereits im Sommer durchgeführte technische Aktion für diese Modelle, weil die Lamellen im Hinterachsgetriebe sehr schnell verschleißen konnten. Damals fehlte in der Reparaturanweisung zum Tausch des Hinterachsgetriebes allerdings der Zusatz, dass die Verschraubungen des Hinterachsträgers an die Karosserie erneuert werden müssen.

Daher müssen nun im Rahmen eines Rückrufs die alten Schrauben vom Hinterachsträger gelöst und ersetzt, sowie die Gewinde in der Karosserie geprüft und gegebenenfalls nachgearbeitet werden. „Der Aufenthalt in der Werkstatt sollte, inklusive Achsvermessung, in maximal zwei Stunden erledigt sein“, sagte der Sprecher. Gecheckt würden Fahrzeuge, die seit Januar 2015 ein neues Hinterachsgetriebe bekommen haben.

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