BMW steigt bei Automag Buchner + Linse ein
Die Fortführung des insolventen BMW-Handelsbetriebs ist gesichert. Mit einer überraschenden Wendung: Statt der interessierten Autohausgruppen kommt der Hersteller zum Zug.
Das insolvente Münchener BMW Autohaus Automag Buchner + Linse wird weiterbestehen. Trotz verschiedener Interessenten aus dem Handel hat die BMW AG den Zuschlag bekommen. Nach Auskunft des Insolvenzverwalters wird der traditionsreiche Autohändler künftig von einer neu gegründeten Retail-Gesellschaft der BMW AG geführt. Spätestens zum 1. Juli soll das Handelsunternehmen wieder den vollen Betrieb aufnehmen.
Die Retail-Gesellschaft soll den Angaben zufolge rechtlich und wirtschaftlich unabhängig von der BMW-Niederlassung in München sein und eigenständig am Markt agieren. Die neue BMW-Tochter wird den Servicestandort Zamdorfer Straße und das Verkaufshaus an der Landsberger Straße betreiben. Das Dachauer Autohaus Widmann + Winterholler hatte vor kurzem bereits die Zweigstelle Fürstenfeldbruck übernommen. Der Hersteller hatte nach dem Insolvenzantrag zunächst erklärt, sich nicht an dem Händler beteiligen zu wollen.
Wirtschaftlichkeit zwingt zu neuen Ansätzen
Den Sinneswandel des Herstellers erklärte Pressesprecher Alexander Bilgeri mit der „Problematik der Wirtschaftlichkeit“. Angesichts der niedrigen Gebote der anderen Interessenten trotz der „Filet-Grundstücke“ der Automag sei eine Schmerzgrenze erreicht gewesen. Zu einem späteren Zeitpunkt und besseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen solle die Automag wieder abgegeben werden, kündigte Bilgeri an, ohne den Termin genauer einzugrenzen.
Die Führung der Automag als Retailtochter soll nach Bilgeris Worten dem Wettbewerb in München dienen. Der älteste BMW-Vertriebspartner Deutschlands war der letzte freie Händler im Stadtgebiet München. Deshalb werde die Retail-Gesellschaft vollkommen losgelöst von den Niederlassungsstrukturen agieren. Ansprechpartner für die neue Tochter werde daher konsequenterweise der Leiter Vertrieb Handelsorganisation, Martin Thiel sein.
Insolvenzverwalter Josef Nachmann bestätigte, dass das Interesse einer Reihe von europa- und weltweit tätigen Autohändlern und Vertragshändlern der BMW AG bestanden habe. Er bezeichnete es als ermutigend, dass es mehrere potente Interessenten für das Autohaus gegeben habe, obwohl die Finanzkrise die Automobilbranche besonders treffe. Sämtliche Auszubildenden des insolventen Unternehmens würden übernommen, die Arbeitsplätze sollen weitgehend erhalten bleiben, teilte Nachmann weiter mit.
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