BMW-Vertriebschef wechselt zu Infiniti
Der bisherige Vertriebsleiter von BMW Deutschland wechselt überraschend in die Infiniti-Zentrale. Den Interimsposten bestückt der Hersteller mit einem hauseigenen Geschäftsführer.

Roland Krüger wechselt von der BMW Group zu Infiniti nach Hongkong. Dort übernimmt der bisherige Vertriebsleiter von BMW Deutschland den Präsidentenposten für Infiniti weltweit und ist als Senior Vice President zudem in der Führungsebene von Nissan Motor tätig. Über den genauen Zeitpunkt des Wechsels verhandeln die beteiligten Unternehmen noch, erklärte ein Infiniti-Sprecher auf Nachfrage.
Aus inoffiziellen Quellen ist zu hören, dass BMW den jetzigen kaufmännischen Geschäftsführer Dr. Günter Niedernhuber als Interimsleiter einsetzen möchte.
Schlechter Zeitpunkt für BMW-Händler
Seit März 2013 war Krüger als Vertriebsleiter für den deutschen Markt tätig. In dieser Zeit legte der 48-Jährige den Fokus unter anderem auf die Renditesituation der deutschen Handelsorganisation. Viele der Entscheidungen würden an seiner Person hängen, heißt es aus Händlerkreisen – daher käme sein Ausscheiden aus dem Unternehmen zu einem schlechten Zeitpunkt.
Händlerverband war nicht informiert
BMW-Händlerverbands-Präsident Michael Fritze zeigte sich auf Nachfrage ebenfalls überrascht von Krügers Wechsel. Während der Unternehmertage von BMW am vergangenen Wochenende in Amsterdam habe der Hersteller Roland Krüger noch aus „persönlichen Gründen“ entschuldigt.
Für die kommende Woche sei ein Treffen zwischen Verband (VDB) und Hersteller geplant. Fritze hofft dabei auf Signale des Herstellers. Bis dahin möchte der VDB die Situation nicht bewerten oder daraus Schlüsse für die zukünftige Arbeit mit BMW ziehen.
Infiniti erhofft sich Vorteile
In seiner neuen Funktion berichtet Krüger an Nissan-Vorstand Carlos Ghosn, der sich von dem Wissen Krügers einen Schub für Infiniti auf dem weltweiten Premiummarkt erhofft. Krüger ersetzt in Hongkong Johann de Nysschen, der seit dem 1. August die weltweite Verantwortung für Cadillac trägt.
Mit dem Infiniti-Chefposten steht Krüger vor großen Herausforderungen. Die Premiummarke des Renault-Nissan-Konzerns soll einen erheblichen Beitrag zum Wachstumskurs der Autoallianz beitragen: Bis zum Ende des Fiskaljahrs 2016/2017 soll das Fabrikat, das seit 25 Jahren existiert, laut dem Wachstumsplan „Power 88“ etwa 500.000 Einheiten absetzen. Zwar verbuchte Infiniti in diesem Jahr bereits einen Rekord-Verkaufswert von 101.220 Neufahrzeugen per Ende Juni, doch bis zur Zielmarke ist es folglich noch ein weiter Weg.
Bereits vor wenigen Wochen hatte Infiniti die Abwerbung einer BMW-Managerin bekannt gegeben. Seit dem 1. September ist Gaby-Luise Wüst als Vice President Global Operations die erste Frau in der Führungsetage des Premiumherstellers. Sie war seit 2012 als oberste Repräsentantin der Marke Mini für die Region Asien-Pazifik und Südafrika tätig.
Zur Person: Roland Krüger
Krüger sammelte bereits Erfahrungen im Daimler-Konzern für die Marken Smart und Mitsubishi. Seit 1998 war der studierte Designer und Betriebswirt für die BMW Group tätig und verantwortete verschiedene Fach- und Führungspositionen in Deutschland und Asien – von 2008 bis 2012 als Leiter der Vertriebsgesellschaft von BMW in Japan.
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