BMW zahlt Unterstützung für Leasingrückläufer

Autor Andreas Wehner

Schon längere Zeit kämpft der BMW-Handel mit unpassenden Restwerten bei Leasingrückläufern. Die Dieselkrise hat diese Problematik zuletzt noch verschärft. Jetzt hat sich BMW zu Unterstützungsmaßnahmen durchgerungen – doch die ändern wenig am grundsätzlichen Problem.

(Bild: Wehner/ kfz-betrieb)

BMW greift seinen Händlern bei den Leasingrückläufern unter die Arme und zahlt eine Unterstützung, die den Partnern den Abverkauf erleichtern soll. Wie Händler gegenüber »kfz-betrieb« bestätigten, geht es dabei um 1,5 Prozent des Fakturawerts jedes Fahrzeugs. Die Vereinbarung gilt sowohl rückwirkend für Fahrzeuge aus dem zweiten Halbjahr 2017 als auch aus dem ersten Halbjahr dieses Jahres.

Schon vor Beginn der Dieselkrise hatten die BMW-Händler mit unpassenden Restwerten zu kämpfen. Diese Problematik hat sich durch die Diskussionen um den Diesel im vergangenen Jahr verschärft. Immerhin ist der Dieselanteil an den Neuzulassungen in Deutschland bei BMW traditionell recht hoch. So lag er 2014 noch bei 74 Prozent, 2015 bei knapp über 70 Prozent. Diese Fahrzeuge stehen jetzt auf den Höfen.

Im ersten Halbjahr 2017 gab es eine Unterstützung von BMW, die der Hersteller im zweiten Halbjahr aber zunächst wieder eingestellt hat. Jetzt gibt es also wieder Geld. „Das ist leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, kommentierte ein BMW-Händler die neuerliche Unterstützungsmaßnahme im Gespräch mit »kfz-betrieb«. „Ich stelle das System der Restwertermittlung bei BMW an sich in Frage“, so der Händler weiter.

Händler sind mit 3 Prozent am Restwertrisiko beteiligt

Für BMW übernimmt diese Dienstleistung der Marktbeobachter Schwacke nach Vorgaben des Herstellers und der BMW-Bank. Die Händler sind am Restwertrisiko mit drei Prozent der Unverbindlichen Preisempfehlung des Fahrzeugs beteiligt – das ist für die BMW-Partner bei den aktuell großen Abweichungen zwischen ermitteltem Restwert und realem Marktwert zu viel.

Der Handel fordert schon lange von BMW, Abhilfe zu schaffen. Nach Informationen von »kfz-betrieb« spricht der Händlerverband aktuell mit dem Hersteller über eine längerfristige Lösung, mit der beide Seiten künftig profitabel arbeiten können.

Eine ausführliche, markenübergreifende Betrachtung der Problematik mit Diesel-Leasingrückläufern lesen Sie in Ausgabe 7 des »kfz-betrieb«, die am 16. Februar erscheint.

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