Bob Lutz erwartet mittelfristig Tesla-Pleite

Von gr/dpa

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Die anhaltenden Tesla-Verluste deuten aus Sicht des früheren Automanager Bob Lutz auf ein grundlegendes Problem hin. Anders sehen das die Tesla-Aufsichtsgremien. Sie verlängerten den Vertrag mit dem Tesla-Chef gleich um zehn Jahre.

Der „Car Guy“ Bob Lutz hält viel vom Tesla Model S, aber nichts von der wirtschaftlichen Kompetenz des Autobauers.(Bild:  Bob Lutz speaking in Detroit /Ed Schipul / CC BY-SA 2.0)
Der „Car Guy“ Bob Lutz hält viel vom Tesla Model S, aber nichts von der wirtschaftlichen Kompetenz des Autobauers.

Gerade hat Elon Musk seinen Vertrag als Tesla-Chef für zehn Jahre verlängert, doch die Aussagen der Konkurrenz sind wenig zukunftsträchtig. GM-Veteran Bob Lutz jedenfalls glaubt nicht mehr an die finanzielle Wende zum Guten bei dem Elektroauto-Spezialisten. Tesla verbrenne dauerhaft zu viel Geld, sagte er der „Los Angeles Times“.

Musk habe wohl noch nicht erkannt, dass in einem gesunden Unternehmen die Einnahmen höher sein müssen als die Kosten. „Wenn Ihnen ständig das Geld ausgeht, betreiben Sie einfach keine gute Automobilfirma“, sagte Lutz. Vor allem könne er in den Ankündigungen von Tesla bislang nichts erkennen, was diese Entwicklung umkehren könne.

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An der Geschäftsidee liegt es Lutz zufolge dabei grundsätzlich nicht. Das Model S ist aus seiner Sicht ein gutes Produkt. „In 25 Jahren werden wir uns an den Tesla S zurückerinnern als das erste wirklich gut aussehende und schnelle E-Auto der Welt. Die Leute werden bedauern, dass die Firma untergegangen ist.“ Sammler seltener Fahrzeuge sollten jetzt zuschlagen und ein Model S kaufen.

Bereits in früheren Jahren hatte Lutz auf die prekäre Finanzlage von Tesla hingewiesen und ein langfristiges Überleben des Autobauers in Frage gestellt. Die Anleger scheinen aber weiter an das Unternehmen zu glauben, zuletzt sind die Aktienkurse wieder gestiegen. Auch Musk selbst scheint daran zu glauben. Er werde für seine Tätigkeit nur in Aktien bezahlt, hieß es vom Autobauer – und auch diese Vergütung sei an das Erreichen geschäftlicher Ziele gebunden.

Musk soll Tesla zu Börsengiganten machen

Die Aufgabe ist aber bereits extrem ambitioniert: Unter anderem soll Musk Teslas Börsenwert bis auf 650 Milliarden Dollar hochtreiben. Aktuell liegt er bei 59 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Volkswagen wird als einer der größten Autobauer der Welt aktuell mit 116 Milliarden Dollar bewertet. Musk selbst zeigte sich optimistisch, dass die Ziele zu schaffen seien. „Ich sehe für Tesla das Potenzial, binnen zehn Jahren eine Billion Dollar wert zu sein“, sagte er der „New York Times“.

Wenn Musk einzelne Zwischenziele erreicht, winken ihm rund 1,69 Millionen Aktien - aktuell ein Prozent am Unternehmen. Schafft er keine der gesetzten Marken, geht er komplett leer aus. Musk hatte bereits 2012 einen ähnlichen Vertrag abgeschlossen, wenn auch mit weniger hochgesteckten Zielen. Damals war Tesla erst gut drei Milliarden Dollar wert.

Zuletzt war spekuliert worden, der 46-Jährige könnte den Spitzenjob bei Tesla aufgeben, um sich auf die Führung seiner Raumfahrt-Firma SpaceX zu konzentrieren. Dort treibt er unter anderem einen Plan zur Mars-Besiedelung voran. Der „New York Times“ zufolge kann Musk gemäß dem Vertrag auch auf den Posten des Produktchefs wechseln oder die Führung im Verwaltungsrat halten, mit einem Firmenchef, der an ihn berichtet.

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