Neue Verträge Bosch-Partner atmen auf

Von Steffen Dominsky 2 min Lesedauer

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Seinen Car-Service-Konzeptnehmern wollte das Stuttgarter Unternehmen im Zuge neuer Verträge eine einheitliche Managementsoftware vorschreiben. Doch davon ist es nun abgerückt.

Deutschlandweit gibt es knapp 1.000 Bosch-Car-Service-Betriebe, die noch in diesem Jahr neue Verträge unterzeichnen sollen. (Bild:  © trendobjects, kei02 - stock.adobe.com, Robert Bosch GmbH)
Deutschlandweit gibt es knapp 1.000 Bosch-Car-Service-Betriebe, die noch in diesem Jahr neue Verträge unterzeichnen sollen.
(Bild: © trendobjects, kei02 - stock.adobe.com, Robert Bosch GmbH)

Der Aufschrei war groß unter den Bosch-Car-Service-Betrieben: Vor wenigen Monaten erfuhren die knapp 1.000 Partner, dass ihr Konzeptgeber neue Verträge plant. Vor allem eine Neuerung hatte es aus Sicht der Betroffenen und des Bosch Service Strategieausschusses (BSSA), der Interessenvertretung der Bosch-Partner, in sich: So planten die Stuttgarter, sämtlichen Partnern die „Bosch Werkstattmanagementsoftware (WSMS)“ vorzuschreiben. Diese hätten die WSMS bis Ende 2026 verpflichtend einführen müssen. Das stieß auf teils heftige Kritik, sorgt für kontroverse Diskussionen und gilt als Auslöser für die aktuellen Unruhen im Bosch-Netz.

Zu heterogen aufgestellt und strukturiert sind die Bosch-Car-Service-Partner, als dass für sie eine einheitliche Software in Frage käme. Hinzu kommt, dass etliche Betriebe hier bereits erst investiert hatten, sie aktuelle und für ihre Bedürfnisse geeignete Programme erst angeschafft hatten. Außerdem, so ein weiterer Kritikpunkt: Die WSMS decke gar nicht sämtliche Betriebsformen und Belange ab.

Entsprechend stark intervenierten die Betroffenen – mit Erfolg. So wird Bosch die von Mircosoft stammende Software nicht als Pflichtmodul aufnahmen, sondern Car-Service-Betrieben lediglich als Vorschlag unterbreiten.

 

Die Kritikpunkte an der Software

Fehlende Alltagstauglichkeit: Die Software sei noch nicht ausgereift und decke nicht alle Funktionen ab, die die Betriebe für ihre tägliche Arbeiten bräuchten. Sie sei im Alltag noch nicht erprobt.

Zu geringe Individualität: Die Software müsse für die heterogene Masse der Betriebe funktionieren, was sie aber nicht tue. Für kleinere Betriebe sei das WSMS überdimensioniert – sie würden nur einen Bruchteil der Funktionen überhaupt nutzen. Für größere Betriebe mit weiteren Standbeinen, wie einem Fahrzeughandel oder einer K&L-Abteilung, fehlten einige der nötigen Schnittstellen.

Kosten und Aufwand der Umstellung: Viele Betriebe scheuen den Aufwand bei der Umsetzung. Zum einen müssten Mitarbeiter geschult werden, um den Umgang mit der Software zu lernen. Das sei mit nicht zu unterschätzenden Kosten verbunden. Zum anderen bestehen noch Bedenken, ob eine vollständige Datenübertragung von „alt“ auf „neu“ möglich ist.

Deutlich höhere Softwarekosten: Die Betriebe rechnen aktuell mit erhöhten Kosten und sprechen teilweise von mindestens einer Verdopplung. Wie hoch die Kosten am Ende ausfallen, ist künftig von der Anzahl der Nutzer abhängig.

Bedenken über den Umgang mit den werkstatteigenen Daten: Betriebe befürchten, sich gegenüber der Konzeptzentrale „gläsern“ zu machen. Bosch könne so Umsatzzahlen einsehen und die Loyalität der Betriebe in Sachen Ersatzteileinkauf prüfen. Das WSMS sei außerdem cloudbasiert, was nicht jedem Betrieb gefalle.

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