Bosch und PSA entwickeln hydraulischen Hybrid
Das System soll günstiger, einfacher und robuster sein als elektrische Systeme. Citroën will den ersten Prototypen auf dem Genfer Salon vorstellen.

Mit dem „Hybrid Air“ präsentiert Citroën auf dem Genfer Autosalon, der vom 7. bis zum 17. März stattfindet, einen neuartigen Hybridantrieb für Klein- und Kompaktwagen. Wie schon beim Diesel-Elektro-Hybrid der Marke ist auch hier der deutsche Zulieferer Bosch der Entwicklungspartner.
Anders als bei bisher ausgeführten Antrieben wird die zusätzliche Energie nicht in einer elektrischen Batterie zwischengespeichert, sondern in einem mit Stickstoff gefüllten Druckgasspeicher. Die Antriebsleistung erzeugen hydraulische Motoren. Sie sollen stark genug sein, um das Auto ohne Mitwirken des Verbrennungsmotors auf bis zu 70 km/h zu beschleunigen. Anschließend werden die Druckspeicher per Rekuperation und durch die Arbeit des Verbrenners wieder gefüllt. Reicht der Druck aus, übernehmen sie den Vortrieb wieder allein.
Citroën verspricht Kraftstoffverbrauch von 2,9 Litern
So soll es möglich sein, dass der Hydraulikteil des Antriebs trotz des beschränkten Speichervermögens der Druckgasbehälter in 60 bis 80 Prozent der Fahrzeit genutzt wird – jedenfalls im innerstädtischen Verkehr.
Abgestimmt auf einen Citroën C3 VTi 82 soll Hybrid Air den Kraftstoffverbrauch um ein Drittel reduzieren und einen Wert von 2,9 Liter auf 100 Kilometern erzielen, hat der Hersteller ausgerechnet. Das entspräche einer CO2-Emission von 69 Gramm pro Kilometer. Der Verbrauch im Stadtverkehr würde sogar um rund 45 Prozent sinken.
Gegenüber einem elektrischen Hybrid weist das Konzept noch andere Vorteile auf: So lässt sich mehr Bremsenergie zurückgewinnen, weil die Druckspeicher mehr Energie in kürzerer Zeit aufnehmen können als elektrische Batterien und weil die hydraulischen Motoren sich schneller auf Bremsbetrieb umstellen lassen. Außerdem entfällt die gesamte Hochvolttechnik, die in den Werkstätten eigens ausgebildetes Personal notwendig macht. Und nicht zuletzt soll das System billiger in der Herstellung sein, weil die kostspielige Batterie fehlt.
Ein Citroën C3 mit Hybrid Air wird auf dem Genfer Autosalon als Prototyp präsentiert. Bis zum Serienstart, der für 2016 geplant ist, muss allerdings noch viel Entwicklungsarbeit geleistet werden – vor allem beim Zusammenspiel der beiden Antriebsorgane sowie der Bremsen.
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