Schmierstoffe BP prüft angeblich Verkauf von Castrol

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der Mineralölkonzern BP steht vor einer Neuaufstellung. In diesem Zusammenhang soll Branchengerüchten zufolge auch über die Zukunft der Marke Castrol nachgedacht werden.

Was passiert mit der Marke Castrol? Noch gehört der Schmierstoffspezialist zum BP-Konzern, das könnte sich aber ändern.(Bild:  Castrol)
Was passiert mit der Marke Castrol? Noch gehört der Schmierstoffspezialist zum BP-Konzern, das könnte sich aber ändern.
(Bild: Castrol)

Der britische Ölkonzern BP denkt Kreisen zufolge über den Verkauf seines Schmiermittelgeschäfts nach. Damit würde der britische Ölkonzern den Forderungen des aktivistischen Investors Paul Singer mit seinem Hedgefonds Elliott Investment Management entgegenkommen. Dieser ist mit knapp fünf Prozent beteiligt und hatte bereits Kostensenkungen und den Verkauf von Vermögenswerten gefordert.

Die Geschäftseinheit, die unter der Marke Castrol firmiert, könnte dem Konzern zehn Milliarden US-Dollar einbringen, hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstagabend unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet. Ein Verkauf sei eine von zahlreichen Optionen, um das Vertrauen der Investoren nach Jahren unterdurchschnittlicher Entwicklung zurückzugewinnen.

BP könnte die Trennung auf seinem Kapitalmarkttag am 26. Februar bekanntgeben. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen. Vertreter von BP und Elliott hätten sich zu der Angelegenheit nicht äußern wollen.

Castrol ist weltweit aktiv

Die Marke Castrol beliefert Kunden in mehr als 150 Ländern in den Bereichen Automobil, Marine, Industrie, Luft- und Raumfahrt sowie in der Energieerzeugung. Erst jüngst hat BP das Geschäft auf die Entwicklung von Flüssigkeitskühlungstechnologie ausgeweitet, um Rechenzentren bedienen zu können.

Neben dem umfangreichen Verkauf von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Vermögenswerten drängt Elliott darauf, dass BP ähnlich wie andere große Ölkonzerne die Ausgaben für Erneuerbare Energien reduziert. Der US-Hedgefonds hat eine lange Tradition, Anteile an Unternehmen zu übernehmen und dann bei diesen auf Veränderungen zu drängen.

Währenddessen habe eine größere Gruppe von Investoren BP aufgefordert, über jede Änderung bezüglich des Klimaziels abstimmen zu lassen, berichtet die „Financial Times“ unter Berufung auf einen Brief an den BP-Verwaltungsratschef Helge Lund. Zu den Aktionären gehörten unter anderem Rathbones Investment Management, Phoenix Group, Robeco und Royal London Asset Management. Der Ölkonzern habe den Erhalt des Briefes bestätigt.

Streit um die Firmenstrategie

BP hatte sich unter dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Bernard Looney das Ziel einer Nettonullemission auf die Fahne geschrieben. Die damalige Einschätzung, dass der Ölkonsum den Höhepunkt erreicht hat, ging allerdings nicht auf. Seitdem hat sich das Unternehmen schwergetan, eine klare Strategie für einen Umschwung zu präsentieren.

Vor gut einem Jahr hatte Murray Auchincloss als neuer Vorstandsvorsitzender dauerhaft das Ruder übernommen, nachdem er den Ölkonzern nach dem Rücktritt von Bernard Looney zunächst interimistisch geleitet hatte. Vor einer Woche hatte BP dann für die am Ende des Monats stattfindende Investorenveranstaltung erhebliche Strategieänderungen angekündigt. Erwartet wird ein stärkerer Fokus auf das klassische Öl- und Gasgeschäft.

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