Brilliance-Dienstleister ist insolvent
Im Brilliance-Netz herrscht Unruhe. Erst ist Netzentwickler Jürgen Krischer Anfang des Monats beim Importeur ausgeschieden, dann wurde bekannt, dass der Ersatzteildienstleister CADS pleite ist.
Der Technische Dienstleister und Ersatzteillieferant von Brilliance Motors Deutschland, die China Automotive Distribution and Services GmbH (CADS) mit Sitz in Bremerhaven, hat Anfang Oktober Insolvenz angemeldet. Dies geht aus einem Schreiben des Importeurs an die Partnerbetriebe hervor, das »kfz-betrieb ONLINE« vorliegt. In dem Brief bittet Brilliance-Geschäfsführer Ralf Cremer um Verständnis für Engpässe in der Ersatzteilbelieferung. Brilliance Motors Deutschland selbst ist von der Insolvenz nicht betroffen, stellte Cremer auf Nachfrage klar.
Die CADS ist eine 100-prozentige Tochter des Brilliance-Generalimporteurs für Europa, der HSO mit Sitz in Luxemburg. Das Unternehmen sollte die europaweite Ersatzteilbelieferung organisieren, den Import der Fahrzeuge verantworten und vor allem die technische Anpassung der chinesischen Fahrzeuge für den europäischen Markt sicherstellen. HSO-Geschäftsführer Hans-Ulrich Sachs war am Freitag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Importeur ist zuversichtlich
Auf Anfrage von »kfz-betrieb ONLINE« stellte Cremer klar, dass die Insolvenz der CADS für sein Unternehmen zunächst keine direkten Auswirkungen habe. HSO ist am deutschen Importeur nur noch Minderheitsaktionär. Ob die Ersatzteilversorgung über Brilliance Deutschland organisiert wird oder ein neuer Dienstleister beauftragt wird, konnte Cremer noch nicht sagen.
Derzeit können Teile bei der CADS gegen Vorkasse betellt werden, bei akuten Problemen sollten die Händler sich beim Importeur melden, so Cremer. Auch die Homologation der am Rande der IAA angekündigten neuen Modelle, insbesondere des BS 4 Wagon, ist nicht von der Insolvenz betroffen. Die technische Abnahme für den europäischen Markt führt der Importeur mit dem TÜV Rheinland durch.
Abschied des Vertriebsleiters
Überrascht wurden die Brilliance-Händler zudem vom Abschied des Vertriebsleiters Jürgen Krischer, der seit dem 1. August 2007 den Aufbau des Händlernetzes vorantreiben sollte. „Ich habe Brilliance Motors Deutschland verlassen und werde mich zukünftig einer neuen Herausforderung stellen müssen“, schreibt Krischer ohne Angabe von Gründen am 2. Oktober in einem Privatbrief an die Händler.
Ursachen der Trennung nannte auch Cremer im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE« nicht. Die Aufgaben von Krischer würden zunächst durch den Außendienst und die Geschäftsleitung des Importeurs wahrgenommen. Über einen Nachfolger werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.
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