Umweltbonus ZDK kritisiert geplante Kürzung der E-Förderung

Von Doris S. Pfaff 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Gerade erst hat der Bund den Fördertopf für E-Autos für 2023 erhöht. 2024 sollen nun 600 Millionen Euro weniger zur Verfügung stellen. Die Gefahr, dass E-Autokäufer leer ausgehen, steigt. Für den ZDK ist das nicht hinnehmbar.

Für 2024 sollen nach Plänen der Bundesregierung für den Umweltbonus rund 600 Millionen Euro weniger zur Verfügung stehen, als eigentlich geplant war. Das Kfz-Gewerbe befürchtet, dass die Mittel bei weitem nicht ausreichen werden.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Für 2024 sollen nach Plänen der Bundesregierung für den Umweltbonus rund 600 Millionen Euro weniger zur Verfügung stehen, als eigentlich geplant war. Das Kfz-Gewerbe befürchtet, dass die Mittel bei weitem nicht ausreichen werden.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Erst Ende Juli hatte Wirtschaftsminister Robert Habeck – auch auf Druck des Kfz-Gewerbes – den Fördertopf zum Umweltbonus 2023 um 400 Millionen Euro erhöht, weil er vorzeitig leer zu gehen drohte. Ursprünglich waren 2,1 Milliarden Euro vorgesehen. Nun will Habeck für 2024 das ohnehin kleinere Fördervolumen von 1,4 Milliarden Euro um 600 Millionen Euro kürzen.

Auf die Aufstockung für 2023 hatte das Kfz-Gewerbe erleichtert reagiert, denn der Absatz von E-Autos verlief schleppend. Mit der zusätzlichen Finanzspritze wollte das Bundeswirtschaftsministerium den E-Autokauf für Kunden im laufenden Jahr planbarer und sicherer machen. Denn wenn der Fördertopf vor Jahresende leer ginge, müssten alle Anträge dauerhaft abgelehnt werden. Die meisten Förderanträge 2023 stammen von E-Auto-Käufen von Ende 2022 und hatten somit die für 2023 zur Verfügung stehende Förderung fast aufgebraucht.

Reichen die Mittel für 2024 ohnehin nicht aus?

Weil für 2024 nun nur noch 1,4 Milliarden Euro für den staatlichen Umweltbonus vorgesehen waren, hatte der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) bereits darauf hingewiesen, dass die Mittel auch nächstes Jahr nicht ausreichen werden.

Umso überraschter zeigte sich das Kfz-Gewerbe über die Pläne der Bundesregierung, die Fördermittel für 2024 sogar kürzen zu wollen. Im Klima- und Transformationsfonds (KTF) sind insgesamt sogar 4,7 Milliarden Euro für die Förderung der Elektromobilität vorgesehen. Nach ZDK-Informationen sind davon lediglich noch knapp 810 Millionen Euro für den Kauf von E-Fahrzeugen vorgesehen – das sind rund 600 Millionen Euro weniger als die bisher genannten 1,4 Milliarden Euro für das Jahr.

„Wenn das wirklich so kommt, erleben wir gerade einen weiteren Akt des Verwirrspiels beim Umweltbonus“, sagt ZDK-Präsident Arne Joswig. „Weder die Autohäuser noch die Kundinnen und Kunden sind noch in der Lage, den Kauf eines E-Fahrzeugs vernünftig zu planen. Das wird den von der Bundesregierung postulierten Hochlauf der E-Mobilität weiter bremsen.“

Ab 2024 gibt es über 2.000 Euro weniger

Die geplante Reduzierung des Fördertopfes wird nach Ansicht des ZDK-Präsidenten dazu führen, dass es im Dezember 2023 wieder zu einer Jahresendrallye bei den Kfz-Zulassungen der E-Fahrzeuge kommt. Denn nicht nur der Fördertopf schrumpft deutlich stärker als erwartet: Auch die Fördersätze pro Fahrzeug werden ab dem 1.1.2024 reduziert. Wer noch in diesem Jahr ein neues E-Fahrzeug zulässt, kann mit maximal 6.750 Euro rechnen (beim Kauf eines Neufahrzeugs bis 40.000 Euro Nettolistenpreis). Für Neuwagen zwischen 40.000 Euro bis 65.000 Euro Nettolistenpreis gibt es 4.500 Euro.

Ab 1.1.2024 werden nur noch Neufahrzeuge bis 45.000 Euro Nettolistenpreis gefördert, und zwar mit 4.500 Euro pro Fahrzeug beim Kauf. Auch die Fördersätze für das Leasing von neuen und gebrauchten E-Fahrzeugen sowie für den Kauf gebrauchter E-Fahrzeuge sinken. Ab 2025 soll die Förderung ganz wegfallen.

Keine Info über den Füllstand des Fördertopfes

Doch selbst in diesem Jahr kann kein Kunde sicher sein, dass er die ausgelobten Fördermittel noch erhält. Zwar hatte der Bund die ursprünglich vorgesehenen 2,1 Milliarden Euro um 400 Millionen Euro aufgestockt. Über den aktuellen Füllstand des Fördertopfes schweigt sich das BAFA trotz mehrfacher Nachfragen des ZDK und des »kfz-betrieb« aus

„Um den Straßenverkehr klimafreundlich zu gestalten, brauchen wir stabile Rahmenbedingungen. Dazu gehört auch, dass die Bundesregierung weiterhin ein positives und verlässliches Förderumfeld aufrechterhält, um den Hochlauf der Elektromobilität zu sichern. Zurzeit erleben wir leider das komplette Gegenteil. Daher darf sich niemand wundern, wenn die Zahl der Auftragseingänge bei E-Fahrzeugen zurzeit in den Keller rauscht. So wird es auch für die Händler immer schwieriger, Kaufinteressierte für den Umstieg auf E-Fahrzeuge zu begeistern“, sagt der ZDK-Präsident.

(ID:49669006)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung