Technologie-Offenheit Bund und Bayern fördern Wasserstoff-Projekt von BMW

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

BMW setzt weiter auf eine Zukunft von Wasserstoff als Treibstoff für die automobile Mobilität. Die weitere Forschung am H2-Antrieb wird nun staatlich gefördert. Der Erfolg bleibt jedoch mehr als fraglich.

BMW forscht weiter an der Möglichkeit, Autos mit Wasserstoff anzutreiben, wie der Hersteller auf der IAA 2025 zeigte.(Bild:  Grimm – VCG)
BMW forscht weiter an der Möglichkeit, Autos mit Wasserstoff anzutreiben, wie der Hersteller auf der IAA 2025 zeigte.
(Bild: Grimm – VCG)

Der Bund und Bayern fördern ein Wasserstoff-Projekt des Autobauers BMW. Ziel ist die Entwicklung eines Brennstoffzellen-Elektroantriebsstrangs. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) übergaben dem Autohersteller in Berlin einen Förderbescheid in Höhe von rund 273 Millionen Euro für das Projekt „Hy Power Drive“. Der Bund trägt davon rund 191 Millionen Euro, Bayern rund 82 Millionen Euro, wie das Ministerium mitteilte. Die Brennstoffzellen-Pkw sollen ab 2028 auf den Markt kommen.

Der Plan ist zumindest mutig – oder ein teures Projekt der Verfechter der Technologieoffenheit. Denn der Erfolg dieser Antriebsart ist ziemlich überschaubar. In Deutschland ist mit dem Toyota Mirai schon lange ein Brennstoffzellen-Modell erhältlich. Zuletzt lagen die monatlichen Verkaufszahlen des Mirai aber im einstelligen Bereich. Im Oktober wies das Kraftfahrt-Bundesamt keine einzige Neuzulassung mit Brennstoffzelle aus. Das Netz an Wasserstofftankstellen sinkt wieder. Das Magazin „Der Spiegel“ berichtet süffisant, dass ausgerechnet im Heimatlandkreis von Hubert Aiwanger, dem bayerischen Wirtschaftsminister, Freund der Technologieoffenheit und eifrigem Unterstützer der Fördermillionen für BMW, die einzige H2-Station weit und breit geschlossen wurde.

Verkehrsminister Schnieder nannte Wasserstoff einen zentralen Baustein als Energieträger, nicht zuletzt im Verkehr. Mit Wasserstoff werde die technologische Vielfalt und Wettbewerbsfähigkeit des Automobilstandorts Deutschland gestärkt. Söder sagte: „Wir dürfen das Auto nicht aufgeben.“

Gleichzeitig betonte Söder die Notwendigkeit der Technologieoffenheit. Zwar werde der Elektroantrieb in Europa dominieren, es gehe aber um unterschiedliche Märkte auf der ganzen Welt mit unterschiedlichen Technologien. „Wir brauchen Hightech-Verbrenner, aber auch Elektro und Technologien wie Wasserstoff.“ Söder wandte sich in diesem Zusammenhang einmal mehr gegen ein striktes Verbot neuer Verbrenner-Autos in der EU ab 2035.

BMW-Entwicklungsvorstand Joachim Post sagte: „Nur Innovationen schaffen Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft – nicht Verbote.“ Mit dem neuen BMW X5 biete BMW erstmals fünf verschiedene Antriebsoptionen in Serie, darunter ab 2028 auch mit Wasserstoff-Brennstoffzelle. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) erinnerte daran, dass für Wasserstoffautos eine flächendeckende Tankstelleninfrastruktur aufgebaut werden müsse. Wer deren Aufbau bezahlen soll, sagte er nicht.

(ID:50628587)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung