Bußgelder Schweizer Knöllchen werden jetzt in Deutschland eingetrieben

Von ampnet 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Im zusammenwachsenden Europa sind Verkehrssünder schon länger nicht mehr sicher vor Bußgeldern im Ausland. Nun müssen sie auch in der Schweiz vorsichtiger sein. Ab dem 1. Mai gilt ein neues Abkommen für die Vollstreckung.

Verkehrsverstöße sind der Schweiz sind teuer. Ab dem 1. Mai werden die Bußgelder grenzüberschreitend auch in Deutschland eingetrieben.(Bild:  ADAC/Beate Blank)
Verkehrsverstöße sind der Schweiz sind teuer. Ab dem 1. Mai werden die Bußgelder grenzüberschreitend auch in Deutschland eingetrieben.
(Bild: ADAC/Beate Blank)

Ab dem 1. Mai können Bußgelder aus Verkehrsverstößen in der Schweiz auch in Deutschland (und umgekehrt) eingetrieben werden. Laut den Autofahrerclubs ADAC und ACE gilt die Regelung auf Grundlage des neuen Deutsch-Schweizerischen Polizeivertrags für Strafen ab 70 Euro bzw. 80 Schweizer Franken. Bislang konnten nur Bußgelder aus EU-Staaten in Deutschland vollstreckt werden. Punkte in Flensburg gibt es aber nicht. Auch Fahrverbote haben keine Auswirkungen in Deutschland und gelten nur für die Alpenrepublik.

Die Schweiz ist bekannt für ihre hohen Geldbußen bei Verkehrsverstößen. Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 20 km/h beträgt das Bußgeld mindestens 190 Euro. Zum Vergleich: In Deutschland beginnen die Bußgelder hierfür ab 60 Euro. Eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 6 bis 10 km/h innerorts kostet bereits umgerechnet circa 123 Euro.Bei einer Überschreitung von mehr als 50 km/h berechnet sich die Buße in der Schweiz nach Einkommen und es werden ab 60 Tagessätze fällig, in Deutschland hingegen ab 480 Euro. Bei Überschreitungen des Tempolimits um 80 km/h auf Autobahnen oder mehr als 40 km/h in Tempo 30-Zonen droht im Nachbarland mindestens ein Jahr Gefängnis.

Der ADAC rät, Bußgelder aus der Schweiz ernst zu nehmen. Bei nicht rechtzeitiger Zahlung oder Ignorieren des Bußgelds können hohe zusätzliche Kosten entstehen. Das Risiko, bei erneuter Einreise in das beliebte Urlaubs- und Transitland erwischt zu werden, ist hoch. Mit der Neuregelung wird schweizerischen Behörden zudem die grenzüberschreitende Eintreibung bislang nichtbezahlter Bußgelder ermöglicht.

Verkehrsverstöße gehen in der Schweiz ganz schön ins Geld (zum Vergrößern bitte Bild klicken).(Bild:  ADAC)
Verkehrsverstöße gehen in der Schweiz ganz schön ins Geld (zum Vergrößern bitte Bild klicken).
(Bild: ADAC)

Der ACE rät allen Reisenden, sich vor Abfahrt mit den Verkehrsbestimmungen im Zielland auseinanderzusetzen und sich an die geltenden Regeln zu halten. So gibt es auch Unterschiede in der Haftung: Für viele Verstöße gilt in der Schweiz die Halterhaftung, für die in Deutschland der Fahrende haftbar gemacht wird. Auch Alkohol am Steuer wird in der Schweiz streng geahndet: Ab 0,5 Promille drohen mindestens 618 Euro Bußgeld.

(ID:50014968)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung