BYD erklärt Österreich zum Pilotmarkt

Redakteur: Christoph Baeuchle

Die Denzel-Gruppe will in Österreich ein BYD-Vertriebsnetz mit bis zu 80 Standorten aufbauen. Die Vorbereitungen zur ersten Pilotphase laufen bereits.

Der chinesische Autobauer Build Your Dreams (BYD) testet gemeinsam mit der Denzel-Gruppe das Elektroauto e6 in Österreich. „Wir beginnen im zweiten Quartal 2011“, sagte Michael Röck, Geschäftsführer der Denzel-Tochter Asia Car Import Austria, gegenüber »kfz-betrieb ONLINE«. Der Marktstart sei für 2012 geplant.

Eine Vereinbarung über die Lieferung von 100 e6-Modellen hat Denzel jüngst mit dem chinesischen Autobauer abgeschlossen. Das Elektroauto mit einer Reichweite von 330 Kilometer soll zunächst im Rahmen der Car-Sharing-Flotte, die Denzel bereits seit 1997 betreibt, den Kunden angeboten werden. Als andere Einsatzgebiete seien zum Beispiel Taxi-Flotten denkbar, so Röck. Ziel sei es, dass möglichst viele Verbraucher mit den Fahrzeugen und der Marke in Berührung kommen.

Erfahrung konnten die Österreicher bereits sammeln – sowohl als Importeur als auch im Vertrieb von Elektrofahrzeugen. So ist das Unternehmen in Österreich für den Import von Hyundai und Mitsubishi verantwortlich. Zudem wird der e6 das dritte E-Auto im Denzel-Angebot sein: Neben dem Mitsubishi i-Miev hat der Mehrmarkenhändler bereits Erfahrungen mit dem Vertrieb des norwegischen Elektroautos Think City gesammelt.

Offen ist, zu welchen Preisen der e6 in Österreich angeboten werden soll. „Die Preissituation wird sich in den nächsten zwei Jahren noch stark bewegen“, so Röck. Denzel werde sich bei der Preisfindung an Wettbewerbern orientieren.

Preis nur ein Verkaufsargument

Allerdings will der österreichische Importeur das chinesische Modell nicht allein über den Preis verkaufen. „Entscheidend ist, dass das Angebot attraktiver als bei Wettbewerbern ist“, so Röck. Der Preis sei nicht das einzige Argument, auch Service und Garantie könnten eine wesentliche Rolle spielen.

In der Pilotphase will die Denzel-Gruppe, die mit rund 1.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 450 Millionen Euro erzielt, die chinesische Marke nur in den eigenen Betrieben anbieten. Der österreichische Mehrmarkenhändler ist insgesamt an 13 Standorten vertreten. In einem zweiten Schritt soll ein eigenes Netz aufgebaut werden.

Vertriebsnetz mit 60 bis 80 Standorten geplant

Dann sollen auch andere Händler in das BYD-Vertriebsnetz integriert werden. Im Laufe des nächsten Jahres will Röck mit der Auswahl beginnen. „Im Endausbau sollte das Netz 60 bis 80 Standorte haben“, sagt Röck. Die Netze von Hyundai und Mitsubishi, für die die Denzel-Gruppe ebenfalls verantwortlich ist, haben zwischen 80 und 100 Standorte.

Der chinesische Autobauer treibt seinen Markteintritt in Europa voran. In der Schweiz will der Importeur BYD Schweiz bereits im nächsten Jahr mehrere Tausend Fahrzeuge verkaufen. Seine Europazentrale will BYD in Deutschland aufbauen.

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