Gefahren BYD Seal DM-i Touring – Platz trifft auf Wirtschaftlichkeit

Von Julia Mauritz 4 min Lesedauer

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BYD stößt mit seinem ersten PHEV-Kombi in eine Lücke, die die etablierten Hersteller geschaffen haben und freihalten. Mit einem Fokus auf effizientem Fahren, gepaart mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis und Platz satt, bringt der Seal DM-i Touring gefragte Eigenschaften mit.

Mit dem Seal DM-i Touring spricht BYD eine breite Zielgruppe an.(Bild:  Mauritz – VCG)
Mit dem Seal DM-i Touring spricht BYD eine breite Zielgruppe an.
(Bild: Mauritz – VCG)

Während das Modellangebot im SUV-Segment Jahr für Jahr weiter wächst, ist die Auswahl an Kombis mittlerweile überschaubar – erst recht, wenn es um Plug-in-Hybride mit einer ordentlichen elektrischen Reichweite geht. BYD schließt diese Lücke mit seinem mittlerweile elften Modell – dem Seal 6 DM-i Touring.

Der 4,8 Meter lange Kombi mit dem sperrigen Namen und einem gefälligen Design tritt im hierzulande sehr beliebten D-Segment an. Das für den europäischen Markt und speziell Deutschland entwickelte Modell soll ein ordentliches Volumen zu den ehrgeizigen Vertriebszielen des chinesischen Herstellers in Deutschland beisteuern. Wie viele Einheiten des PHEV-Kombis er verkaufen will, verrät BYD-Deutschland-Geschäftsführer Lars Bialkowski nicht. Er ist jedoch optimistisch, dass der Seal 6 DM-i Touring hierzulande eines der meist verkauften Modelle im Portfolio wird.

Wenn es um die Zielgruppe seines jüngsten Modellzuwachses geht, ist BYD jedenfalls nicht wählerisch: Im Visier hat der chinesische Hersteller nach eigener Angabe schlichtweg alle – Privatkunden genauso wie Flotten, User Chooser und Mobilitätsanbieter wie Taxibetriebe, Uber oder Abospezialisten. Den Privatkundenanteil schätzt Lars Bialkowski auf 30 bis bestenfalls 40 Prozent.

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BYD sieht Plug-in-Hybride als Brückentechnologie für all jene Kunden, die aus Reichweitenangst den Kauf eines Elektroautos scheuen, die für ihren täglichen Weg zur Arbeit und in der Stadt elektrisch fahren möchten und die gleichzeitig Wert auf eine möglichst hohe Gesamtreichweite legen. Der chinesische Hersteller stellt für sein Spitzenmodell mit einer vollen Batterie und einem vollen Tank bis zu 1.350 Kilometer Reichweite in Aussicht. Rein elektrisch fährt es dabei bis zu 100 Kilometer.

Begrenzte Auswahl an Ausstattungen und Lackierungen

Den Fokus hat BYD bei der Entwicklung seines PHEV-Kombis auf wirtschaftliches und effizientes Fahren, ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis und ein großzügiges Raumangebot gelegt. Alle drei Dinge sind tatsächlich gegeben: Der Einstiegspreis ist mit 42.990 Euro zwar kein Schnäppchen, dafür punktet der Seal 6 DM-i Touring aber bereits in der Basisausstattung mit einer ordentlichen Serienausstattung: von Apple Car Play und Android Auto über elektrisch verstellbare Sitze und einer elektrischen Heckklappe bis hin zu einem Parkradar hinten. Die Auswahl an Ausstattungsoptionen und Lackierungen ist bewusst begrenzt: Es gibt gerade einmal vier Farben und zwei Ausstattungsvarianten. Zum Marktstart gesellt sich eine dritte hinzu, die auf 1.000 Einheiten begrenzt ist.

Die Topversion Comfort, die mit 49.990 Euro zu Buche schlägt, punktet unter anderem mit einem Panorama-Glasschiebedach, einer 360-Grad-Kamera, beheizten und belüfteten Vordersitzen, zwei induktiven Ladestationen für das Smartphone und einem hochwertigen Soundsystem mit acht Lautsprechern. Dazu gesellt sich ein 6,6-kW-Bordladegerät.

Der Kofferraum schluckt 675 Liter

Das Innenraumkonzept ist überzeugend: Die Insassen im Fond profitieren von viel Bein- und Kopffreiheit. Vor allem aber ist der Kofferraum mit einem Volumen von 675 Litern, bzw. 1.535 Litern mit umgeklappter Rückbank, großzügig dimensioniert. Das Ganze ist gepaart mit einem stimmigen Materialmix und einem aufgeräumten Cockpit. Das Herzstück bildet je nach Ausstattungsvariante ein 12,8- oder 15,6-Zoll großer Touchscreen, der auf die Mittelkonsole aufgesetzt ist.

Mit der Einstiegsvariante Boost positioniert sich der Hersteller gegen Wettbewerber im C-Segment und spricht in erster Linie Privatkunden an. Wer sich für diese Variante mit einer 10 kWh-Lithium-Eisen-Batterie und einer Systemleistung von 135 kW/184 PS entscheidet, muss allerdings ordentliche Abstriche bei der elektrischen Reichweite machen: statt 100 Kilometer kommt man damit nur 50 Kilometer weit. Die Top-Version Comfort mit einem 19-kWh-Akku zielt mit 100 Kilometern Reichweite indes auf Gewerbekunden, da sie von der vergünstigten Versteuerung profitieren.

Bei einer ersten Testfahrt in der Top-Variante stellte der Seal DM-i Touring seine Effizienz unter Beweis. Während man üblicherweise bei einer Fahrt mit einem Plug-in-Hybriden zusehen kann, wie die rein elektrische Reichweite schnell gen null schrumpft, vermeldete der Bordcomputer des BYD-Kombis nach einer rund 100 Kilometer langen Strecke mit einem Stadtverkehr-, Landstraßen- und Autobahn-Mix eine höhere elektrische Reichweite als zu Beginn der Fahrt, einen Kraftstoff-Verbrauch von 4,7 Litern und einen Stromverbrauch von 3 kWh/100 km.

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Möglich macht das die „Super-Hybrid-DM-Technologie“ von BYD: Analog zum SUV-Pendant Seal U DM-i verfügt auch der Kombi über zwei selbst entwickelte Elektromotoren mit integrierter Steuerung, die in der Topversion mit einer Lithium-Eisen-Batterie und einem 72 kW/98 PS starken 1,5-Liter-Benzinmotor mit einem Wirkungsgrad von 43 Prozent kombiniert sind. Anders als bei klassischen PHEV-Konzepten dient der Verbrennermotor lediglich als Unterstützung für die Elektromotoren. Die Gesamtsystemleistung beträgt 156 kW/ 212 PS.

Betreiben lässt sich das System in zwei Modi: Im EV-Modus werden die Räder ausschließlich vom Elektromotor angetrieben. Im HEV-Modus versorgt der Benzinmotor über einen Wechselrichter den Akku und den Elektromotor mit Strom, wobei das Auto das Ansprechverhalten eines reinen Elektrofahrzeugs bewahrt. In Momenten, in denen zusätzliche Leistung benötigt wird, kann der HEV-Modus von einer Serien- auf eine Parallelschaltung wechseln.

Obgleich bei der Antriebsentwicklung die Effizienz im Vordergrund stand, kommt der Fahrspaß nicht zu kurz: Auf der Testfahrt erwies sich der PHEV-Kombi als durchaus kraftvoll und E-Auto-typisch reaktionsschnell. Laden lässt sich der Kombi übrigens nicht nur an einer Wallbox, sondern auch an Schnellladesäulen, wobei die Ladeleistung mit 26 kW überschaubar ist: Für das Aufladen von 30 auf 80 Prozent benötigt das Modell dem Hersteller zufolge 23 Minuten.

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