Carol Shelby verstorben

Von sp-x

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Im Hauptberuf war Carol Shelby Autohändler und Betreiber einer Hühnerfarm. Doch aus dem Spaß wurde Ernst: 1959 gewann ein Team, an dem er beteiligt war, die 24 Stunden von Le Mans. Später wurde er einer der schillernsten Figuren der US-Tuningszene.

Kürzlich verstarb Carol Shelby, einer der US-amerikanischen „Tuning-Götter“.(Foto:  sp-x)
Kürzlich verstarb Carol Shelby, einer der US-amerikanischen „Tuning-Götter“.
(Foto: sp-x)

Mit dem Tod von Carroll Shelby ist eine Legende von der automobilen Bühne abgetreten. Shelbys automobile Karriere begann als Freizeitrennfahrer; im Hauptberuf war er Autohändler und Betreiber einer Hühnerfarm. Doch aus dem Spaß wurde Ernst: 1959 gewann ein Team, an dem er beteiligt war, die 24 Stunden von Le Mans. Nur ein Jahr später musste er sich wegen einer Herzkrankheit als Rennfahrer zurückziehen.

Dann allerdings ging es richtig los: Shelby widmete sich der Konstruktion und der Produktion von Sportwagen, nicht ohne sich zuvor eine erniedrigende Abfuhr bei GM einzufangen. Dort verzichtete man darauf, Shelby für sein Sportwagen-Projekt die hauseigenen Small-Block-Motoren zu verkaufen. Man wollte die Corvette nicht beschädigen. Das erledigte Shelby dann mit Motoren von Ford.

1962 einigte er sich mit dem Detroiter Konzern auf die Belieferung mit großvolumigen Maschinen, mit denen der leichte, britische Roadster AC Ace zur Cobra mutierte. Anschließend übernahm Shelby auf Bitten von Ford ein weiteres GT-Team. Die Erfolge übertrafen rasch alle Erwartungen: 1965 gewann Shelby die FIA-Sportwagenmeisterschaft, ein Jahr darauf gewannen die GTs in Le Mans, während ein Cobra Daytona Coupe den Klassensieg holte. Eine unmissverständliche Botschaft auch an Enzo Ferrari, der den Texaner zuvor mit großer Herablassung behandelt hatte. Neben seinen Eigenkonstruktionen, insbesondere den 289 und 427 Cobra-Typen, entwickelte Shelby zunächst modifizierte Varianten des Ford Mustang. 1982 allerdings wendete er sich dem Chrysler-Konzern zu – und folgte damit seinem Freund Lee Iacocco, der bei Ford gefeuert worden war, nur um an die Spitze von Chrysler aufzusteigen.

Unter neuer Flagge entstanden Derivate auf der Plattform des Kompaktwagens Horizon und der K-Car-Plattform sowie eine Variante des Pritschenwagens Dodge Daytona. Enthusiasten zeigten sich überwiegend wenig beeindruckt von den Ableitungen kreuzbraver Alltagsgefährte, die vom Glanz der Marke Shelby zehren sollten. Doch es gab auch unter Chrysler-Ägide einige interessante Modelle – so etwa den Dodge Omni GLH ("Goes like Hell"), unter dessen Haube ein Turbomotor mit bis zu 130 kW/177 PS steckte – weit mehr als andere Fahrzeuge dieser Klasse. Und die Typen Dodge Shelby Charger sowie Dodge Shelby CSX-VNT kamen fast zwei Jahrzehnte vor dem Porsche 997 Turbo als Benziner mit variablem Turbolader auf den Markt. Mit dem Shelby Series 1 kam 1998 ein von Grund auf neuentwickelter Roadster auf den Markt, der von einem GM-V8-Motor angetrieben war und sich in rundlicher Retro-Optik präsentierte. 249 Einheiten wurden gebaut.

2004 begrub Shelby das Kriegsbeil mit dem Ford-Konzern, und ab 2004 entstanden dann wieder gemeinsame Projekte. Dabei handelt es sich aktuell um die interessantesten und ambitioniertesten Ableitungen des Sportwagens Mustang. Aktuell befindet sich als Coupé und als Cabriolet der Shelby GT 500 im Lieferprogramm. Mit einem 485 kW/659 PS starken 5,8-Liter-V8-Kompressor-Motor macht der Bolide seinem Namen alle Ehre. Der Texaner, der ebenso als Gentleman alter Schule geschätzt wie als harter Verhandlungspartner gefürchtet war, hatte zeitlebens mit Erkrankungen zu kämpfen. 1990 musste er sich einer Herztransplantation unterziehen, 1996 erhielt er von seinem Sohn Mike eine Spenderniere. Carroll Shelby starb im Alter von 89 Jahren.

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