Online-Gebrauchtwagenhandel Carvana rutscht immer tiefer ab

Von Jens Rehberg 1 min Lesedauer

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Höhere Finanzierungskosten durch steigende Zinsen sowie die Kaufzurückhaltung der Amerikaner wegen der unsicheren Konjunkturlage machen dem einstigen Star in der US-Gebrauchtwagenhandelswelt schwer zu schaffen. Die Verluste erreichen bald die Milliardenschwelle.

Je 27 Fahrzeuge passen in die mittlerweile knapp 40 Auslieferungstürme von Carvana. Entwickelt und gefertigt werden die Türme von Nussbaum Automotive Solutions in Gastonia bei Charlotte, North Carolina, in den USA. (Bild:  Nussbaum Automotive Solutions)
Je 27 Fahrzeuge passen in die mittlerweile knapp 40 Auslieferungstürme von Carvana. Entwickelt und gefertigt werden die Türme von Nussbaum Automotive Solutions in Gastonia bei Charlotte, North Carolina, in den USA.
(Bild: Nussbaum Automotive Solutions)

Der Nettoverlust von Carvana in den USA ist im vierten Quartal 2022 um das Neunfache im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag weiter vermeldete, sei die zurückgehende Nachfrage auf dem US-Gebrauchtwagenmarkt der Hauptgrund für die schlechten Zahlen. Der hoch verschuldete Online-Gebrauchtwagenhändler habe Mühe, Fahrzeuge zu verkaufen, die er letztes Jahr zu hohen Preisen erworben hatte, als die schlechte Neuwagenverfügbarkeit den Gebrauchtwagenmarkt aufgeheizt hat.

Dramatischer Volumenrückgang

Konkret musste Carvana im vierten Quartal 2022 einen Nettoverlust von 806 Millionen US-Dollar (760 Millionen Euro) hinnehmen, im Vorjahresquartal waren es 89 Millionen US-Dollar Minus gewesen. Der Umsatz des in Tempe, Arizona, ansässigen Unternehmens ging in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres um fast ein Viertel auf 2,84 Milliarden US-Dollar zurück.

Das Absatzvolumen schrumpfte dementsprechend um 23 Prozent auf knapp 87.000 Einheiten. Der Bruttogewinn pro Fahrzeug sank laut Carvana von 2.347 auf 2.219 US-Dollar.

In seinem Ausblick rechnet der Internethändler mit weiteren Absatz- und Umsatzrückgängen. Trotzdem sei man optimistisch, wieder in die schwarzen Zahlen zurückkommen zu können, wenn sich das Absatzvolumen stabilisiere und man die ungesunden Bestände verkauft habe.

Weniger Werbung

Carvana kündigte an, noch im ersten Quartal dieses Jahres bis Ende März neben den Lagerbeständen auch die Werbeausgaben weiter zu reduzieren. Im Schlussquartal 2022 hatte das Unternehmen eigenen Angaben zufolge sein Lager bereits um 27 Prozent abgebaut.

Mitte 2021 standen Carvana-Aktien noch bei 310 Euro das Stück. Am Donnerstag rutschten die Wertpapiere des Unternehmens im nachbörslichen US-Handel um fünf Prozent ab und kosten derzeit hierzulande je knapp neun Euro. Ende letzten Jahres hat Carvana angekündigt, 1.500 Angestellte – fast jeden zehnten Mitarbeiter – entlassen zu wollen.

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