Chevrolet Cruze: Fertig zum Aufmischen
Importeurs-Chef Jürgen Keller stapelt tief: 1.000 Stück will er vom neuen Kompakten bis Jahresende verkaufen. Das Produkt sieht eindeutig nach mehr aus.
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Der neue Kompaktwagen Cruze soll Chevrolet mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis in der Positionierung als Einstiegsmarke weiter voranbringen. Mit 15.000 Euro ist die Basis-Variante des Stufenheck-Modells 1.500 Euro billiger als ein vergleichbar motorisierter Lacetti (Fließheck), der dem Neuen in der Produktfamilie am nächsten steht. Ebenso wie das Kombi-Modell Nubira soll der Lacetti in Deutschland zunächst weiterlaufen.
Oberhalb des Aveo und unterhalb des Epica sieht Importeurs-Chef Jürgen Keller für den neuen Cruze, der ab 16. Mai bei den Vertriebspartnern stehen soll, im Markt Platz für 1.000 Einheiten im laufenden Verkaufsjahr. „Wir sind bewusst sehr vorsichtig an das Absatzziel herangegangen“, so Keller im Gespräch mit »kfz-betrieb« am Rande der Fahrzeugpräsentation im spanischen Santander. „Wir haben mit unseren Händlern sehr realistische Ziele vereinbart, um die positive Stimmung rund um das neue Fahrzeug noch zu stärken.“
Marktanteilsjäger
Wildern soll der neue Koreaner nach Kellers Ansicht am liebsten beim Renault Mégane und beim Mitsubishi Lancer. Der Cruze sei dazwischen angesiedelt – „sportlich, und trotzdem mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis“, so der Geschäftsführer.
Die Restwert-Analysten des Informationsdienstleisters Bähr & Fess prognostizieren aufgrund des „starken Designs und der hohen Qualitätsanmutung“ vor allem für die beiden Benziner-Varianten des Cruze Spitzen-Restwerte im jeweiligen Wettbewerberfeld. Demnach liege der Restwert der Basis-Version (1,6-Liter-Benziner) nach drei Jahren (60.000 km) voraussichtlich bei etwa 46 Prozent (Mitsubishi Lancer: 42 Prozent, Nissan Tido: 39 Prozent, Renault Mégane: 35 Prozent).
Das dürfte als Verkaufsargument äußerst hilfreich sein, zumal der Importeur damit rechnet, dass der Basis-1,6er (113 PS) über die Hälfte des Verkaufsvolumens beanspruchen wird. Für den aus dem Captiva bekannten 2,0-Liter-Turbodiesel (150 PS) rechnet Chevrolet mit einem Anteil von 15 bis 20 Prozent an den Gesamtverkäufen. Ein kleinerer Diesel-Motor mit 125 PS soll im Laufe des Jahres noch hinzukommen. Dasselbe gilt übrigens für die optionale Autogasanlage.
Navigation ohne Aufpreis
Die Verkaufsunterstützung für den neuen Kompakten ist bereits angelaufen. Kunden, die sich ab sofort bis Ende Mai beim Händler für einen Cruze entscheiden, bekommen ohne Aufpreis ein Navigationssystem dazu. Hierfür sind die Händler auch schon mit entsprechenden Produktinformationen und Prospekten versorgt. Die Verkäufer-Schulungen sollen Anfang Mai im GM-Testzentrum in Dudenhofen stattfinden. Neben der reinen Vermittlung von Fakten soll auch der emotionale Teil nicht zu kurz kommen. Jürgen Keller: „Nach den ersten Monaten dieses Jahres werden wir sicherlich auch was zu feiern haben.“
In Sachen Werbung setzt der Chevrolet-Geschäftsführer vor allem auf Online-Marketing. Neben einer speziell auf das Fahrzeug zugeschnittenen Microsite und Bannerschaltungen wird möglicherweise ähnlich wie beim Aveo eine Guerrilla-Kampagne im Web für Aufmerksamkeit sorgen. Das klingt plausibel, denn die Hauptzielgruppe für den Cruze sollen bodenständige, familienorientierte Männer sein, die über das Internet gut zu erreichen sind.
Auch ohne Werbung ist offenbar schon Martin Winterkorn von dem neuesten Chevrolet-Produkt begeistert. Wie der Chef des multinationalen Design-Teams in Korea, Taewan Kim, nicht ganz ohne Stolz erzählte, war der Volkswagen-Chef auf dem Genfer Automobilsalon offenbar mit Dutzenden von Mitarbeitern auf dem Stand der GM-Tochter erschienen und hatte den Cruze eingehend begutachtet. Eine Nachfrage hätte ergeben: „Er mag ihn.“
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