China Automobile Deutschland am Ende
Die China Automobile Deutschland GmbH (CAD) hat einen Insolvenzantrag gestellt. Erst vor kurzem hatte der Münchener Importeur diverser chinesischer Fabrikate einen Plagiatsprozess gegen BMW verloren.
Die mit großen Ambitionen und spektakulären Modellen zur IAA 2007 gestartete China Automobile Deutschland steht vor dem Aus. Wie Heidi Schnorr vom Wuppertaler Autohaus Reiner Schnorr auf Anfrage von »kfz-betrieb ONLINE« mitteilte, habe der Geschäftsführer der CAD, Karl Schlössl, ihrem Unternehmen die Zahlungsunfähigkeit des Importeurs zum 15. Mai mitgeteilt. Das Autohaus gehörte zu den ersten Händlern des Münchener Unternehmens.
Inzwischen ist von den Repräsentanten des Unternehmens niemand mehr erreichbar. Die Homepage existiert nicht mehr, der Telefonanschluss in München ist tot und auch unter der Handynummer des Geschäftsführers ist kein Anschluss mehr möglich. Auf Anfrage von »kfz-betrieb ONLINE« hat das Amtsgericht München den Eingang des Insolvenzantrags bestätigt. Das Verfahren selbst ist noch nicht eröffnet.
Mit der Einstellung der Geschäftstätigkeit haben sich die Hoffnungen zahlreicher Autohändler auf eine neue Wachstumsmarke für den deutschen Markt endgültig zerschlagen. Ursprünglichen Ankündigungen der CAD zufolge sollte die Einfuhr günstiger Pkw aus China den Händlern Produkte mit auskömmlichen Margen an die Hand geben. Mangelhafte Teileversorgung, fehlende Händlerunterstützung und Betrugsvorwürfe hatten das Verhältnis zwischen dem Importeur und vielen interessierten Händlern allerdings schnell getrübt.
Teurer Prozess gegen die BMW AG
Für Schlagzeilen sorgte das Unternehmen vor allem wegen des Plagiatestreits mit BMW. Der Münchener Hersteller monierte das Design des CAD-Imports Shuanghuan CEO, der dem BMW X5 sehr ähnlich war. Am 14. Mai verlor die CAD in zweiter Instanz gegen den Hersteller mit der Auflage, wegen des Plagiats Schadenersatz zu leisten. Augenscheinlich waren die daraus resultierenden Zahlungsverpflichtungen für das Unternehmen nicht zu schultern.
Dass das Urteil der Auslöser für das Insolvenzverfahren war, bestätigte Schlössl in einer Mail an die Redaktion. Er stellt zudem fest, dass „das Urteil noch nicht rechtskräftig“ ist, sodass „immer noch nach einer Lösungsmöglichkeit gesucht wurde und wird“.
Etwa 30 Händler hatte der Importeur am Ende noch, „die wohl alle noch Geld von der CAD bekommen würden“, berichtet Heidi Schnorr. Hoffnungen auf eine Erstattung hat sie nicht. „Hier noch mit dem Anwalt aktiv zu werden, wäre weggeschmissenes Geld“.
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