China: Ohne Beschränkungen droht der Kollaps

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Wie wirkt sich der Trend zu weiteren Beschränkungen mittelfristig auf den Automarkt aus?

Entscheidend für die Gesamtmarktentwicklung sind weniger die Zulassungsbeschränkungen, wesentlich wichtiger ist die Wirtschaftspolitik der Zentralregierung. Diese wird im Herbst neu zusammengesetzt, deshalb dürfte sich in den kommen 18 Monaten wenig ändern. Entsprechend gehen wir im laufenden Jahr weiterhin von einer Pkw-Produktion von 12,7 Millionen aus, ein Plus von fünf Prozent im Jahresvergleich.

Lässt sich die politische Entwicklung bereits ablesen?

Erste Posten sind besetzt, aber im inneren Zirkel, der aus zehn Personen besteht, gibt es noch kräftiges Stühlerücken. Damit ist weiterhin offen, ob die Reformer die Oberhand gewinnen oder die Konservativen, die das Wirtschaftssystem beibehalten wollen, die Macht haben werden.

Welche Entwicklung wäre für die Automobilindustrie die günstigere?

Das hängt vom Betrachtungszeitraum ab: Die Konservativen würden weiterhin auf traditionelle Instrumente zurückgreifen und zum Beispiel die Investitionen in die Infrastruktur fortsetzen. Allerdings hat diese Strategie Grenzen: Mit ihr droht die Gefahr, dass spätestens 2018 die Immobilienblase platzt und das Land in eine Wirtschaftskrise rutscht.

Und die Reformer?

Sie legen mehr Wert auf Nachhaltigkeit und planen zahlreiche Einschnitte, die an vielen Stellen wehtun. Gestärkt würde eher der soziale Bereich, was unterm Strich zu einem gedämpften Wachstum führen dürfte. Dies wirkt sich auch auf den Fahrzeugabsatz aus: In der Folge sinkt die Nachfrage nach Premiumfahrzeugen. Allerdings halten wir dieses Szenario für unwahrscheinlicher.

Nicole Steiger ist für den deutschen Standort der Unternehmensberatung JSC Automotive verantwortlich. Das auf die chinesische Automobilindustrie spezialisierte Unternehmen hat zudem einen Sitz in Shanghai.

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