China: Ohne Beschränkungen droht der Kollaps

Von Christoph Baeuchle

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Bereits die vierte chinesische Stadt beschränkt die Neuzulassungen. Wie sich dies auf die Automobilhersteller auswirkt, erläutert Nicole Steiger vom Beratungsunternehmen JSC Automotive.

Nicole Steiger(Foto:  JSC Automotive)
Nicole Steiger
(Foto: JSC Automotive)

Redaktion: Frau Steiger, in China hat Guangzhou als vierte Stadt eine Zulassungsbeschränkung für Neuwagen erlassen. Wie sehen die neuen Vorgaben aus?

Nicole Steiger: Bislang ist nur klar, dass eine Zulassungsbeschränkung kommt. Wie die Regeln im Detail aussehen, ist noch offen.

Welche Optionen gibt es?

Derzeit werden zwei Modelle in anderen Städten umgesetzt: Shanghai verkauft die Neuzulassungen und Peking veranstaltet eine Lotterie. Wir gehen davon aus, dass Guangzhou dem Beispiel Peking folgt und die Zulassungen künftig verlost. Sonst könnte die Unzufriedenheit in der Bevölkerung stark steigen.

Was bedeuten die neuen Regeln für den diesjährigen Absatz in China?

Den Gesamtmarkt tangieren die Vorschriften kaum. Der Anteil von Guangzhou, mit rund 230.000 Pkw-Neuzulassungen, ist gemessen an den chinaweit über zwölf Millionen Einheiten viel zu gering. Anders sieht es auf der lokalen Ebene aus: Hier gab es zunächst einen Run auf die Autohäuser, weil die Verbraucher nicht wissen, was auf sie zukommt.

Sind die Städte, die ihre Zulassungen beschränken, eher die Ausnahme?

Noch sind es wenige, aber wir gehen davon aus, dass ihre Zahl weiter steigt. Der Trend an den Küsten geht zu weiteren Beschränkungen. Dies ist auch sinnvoll, sonst droht den Städten der totale Verkehrskollaps und die Menschen stehen nur noch im Stau. Hangzhou könnte die nächste Stadt mit Zulassungsbeschränkung sein.

Welche Hersteller treffen die Regeln besonders?

Die Autobauer, die vor Ort produzieren. Im Falle von Guangzhou sind dies Toyota und Renault-Nissan, die rund 35.000 beziehungsweise 32.000 Pkw im vergangenen Jahr zugelassen haben.

Und chinaweit?

Bei einer Lotterie wie in Peking lässt sich dies nicht vorhersagen. Hier kann es jeden OEM treffen. Anders sieht es in Shanghai aus: Wer sich ein Premiumfahrzeug leisten kann, der hat auch keine finanziellen Probleme mit dem Kauf einer Zulassung.

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