Michael Ziegler China-Zölle bringen Autokunden und Händlern nur Nachteile

Von Nick Luhmann 3 min Lesedauer

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Mit den Plänen, künftig auf Importautos aus China Zölle zu erheben, schadeten die EU und die Bundesregierung dem deutschen Automarkt, sagt Michael Ziegler, Präsident des Kfz-Gewerbes in Baden-Württemberg. Denn China bediene genau das Segment, was Kunden brauchten.

Zölle auf E-Neuwagen aus China schaden dem deutschen Autohandel, sagt das Kfz-Gewerbe aus Baden-Württemberg und kritisiert die Pläne der EU.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Zölle auf E-Neuwagen aus China schaden dem deutschen Autohandel, sagt das Kfz-Gewerbe aus Baden-Württemberg und kritisiert die Pläne der EU.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

„Das baden-württembergische Kraftfahrzeuggewerbe hält gar nichts von sogenannten Strafzöllen“, sagt Michael Ziegler, Präsident des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, in einer Pressemitteilung zu den speziellen China-Zöllen, die vor allem die EU angekündigt hat, die aber auch in Deutschland diskutiert werden.

„Wir wollen freien Wettbewerb, wir brauchen freien Wettbewerb und wir brauchen vor allem preislich konkurrenzfähige Produkte für den Umstieg auf die Elektromobilität“, betont Ziegler. Für den Handel stellten preiswerte E-Autos aus China kein Problem dar: Sie ließen sich genauso verkaufen wie deutsche Fahrzeuge und Fahrzeuge aus der EU. Am Ende entscheide ohnehin der Kunde, welches Auto er wolle.

Auch die Hersteller bräuchten keine Bevormundung durch die EU. Ziegler: „Der Absatz deutscher Hersteller in China liegt zwischen 30 und 40 Prozent ihrer Produktion. Jeglicher Protektionismus würde sofort zu Gegenreaktionen führen, die diese und auch die hiesigen Arbeitsplätze hart treffen würden.“

Für Deutschland und speziell Baden-Württemberg gelte, dass die eigenen Hersteller stark genug seien, um über ihre Strategien selbst zu entscheiden und dem Wettbewerb standzuhalten. Aber der Autohandel und die Kfz-Betriebe benötigten wettbewerbsfähige Produkte im Neuwagen- und Gebrauchtwagenbereich. Insbesondere Fahrzeuge unter einem Neupreis von 30.000 Euro fehlten und würden bislang von den hiesigen Herstellern nicht geboten.

Um hier konkurrenzfähig zu sein, müssten die deutschen und die europäischen Hersteller als Erstes wettbewerbsfähige Batterien entwickeln. Denn deren Anteil an den Produktionskosten eines E-Autos liege zwischen 30 und 40 Prozent. Hier wäre ein Ansatzpunkt für Forschungsinvestitionen der Bundes- und der Landesregierungen und auch eine passende Investitionsförderung für Fabriken, gerne mit Unterstützung der EU. Derzeit bestehe auf diesem Feld eine deutliche Abhängigkeit von China, denn 75 Prozent der verbauten Batterien in deutschen Fahrzeugen kommen aus China.

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Kritik übt Ziegler auch am Kurs der Bundesregierung bzw. ihrer Strategie. Der Umweltbonus sei gestrichen worden, die Ladeinfrastruktur weise Schwachstellen auf. Damit habe sie dem Umstieg auf die E-Mobilität mehr geschadet als jetzt die E-Auto-Importe aus China.

Im Gegenteil: Von den Fahrzeugen aus China würde Deutschland auch profitieren, schließlich erhebe der Staat 19 Prozent Mehrwertsteuer auf jedes verkaufte Auto, egal, woher es komme. Die sogenannten Strafzölle würden am Ende nur die Menschen in Deutschland bestrafen, die für ihre Mobilität ein Auto brauchen. Ziegler: „Die chinesischen Hersteller würden die Zollkosten am Ende auf den Preis aufschlagen. In USA sehen wir, dass das zu einer Verdoppelung der Fahrzeugpreise führen würde, aber zu keinem einzigen verkauften Auto mehr. Für mich hat der Begriff das Potenzial zum populistischen Unwort des Jahres und dazu, riesigen Schaden anzurichten, denn die Wirtschaft schwächelt ja ohnehin.“

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