Chinesen schrauben in Vechta an Kfz-Karriere

Autor / Redakteur: Timo Schulz / Christoph Baeuchle

Drei Autohäuser aus Vechta haben derzeit besondere Praktikanten: Vier Jugendliche aus China lernen nicht nur das Handwerk kennen, sondern auch den deutschen Alltag.

Ludwig Südbeck, Vorstandsmitglied des Kfz-Gewerbes Niedersachsen-Bremen, pflegt den deutsch-chinesischen Austausch.
Ludwig Südbeck, Vorstandsmitglied des Kfz-Gewerbes Niedersachsen-Bremen, pflegt den deutsch-chinesischen Austausch.
(Foto: Südbeck)

Chinesische Jugendliche lernen im niedersächsischen Kfz-Gewerbe. Für sechs Monate sind die jungen Männer in den Autohäusern Anders, Kleine Arkenau und Klöker aus Vechta untergebracht, um ein Praktikum zu absolvieren. Den Austausch pflegt bereits seit einigen Jahren Ludwig Südbeck, Vorstandsmitglied des Kfz-Gewerbes Niedersachsen-Bremen sowie des Chinesischen Zentrums Hannover.

Unternehmer und chinesische Nachwuchskräfte sind zufrieden. Für Hauke Anders war es eine Selbstverständlichkeit, die chinesischen Junghandwerker zu integrieren. „Meine Kinder haben alle durch Auslandsaufenthalte viel gelernt. Da sollte man auch etwas zurückgeben.“

Chinesische Praktikanten lernen in Vechta den Alltag in deutschen Werkstätten kennen.
Chinesische Praktikanten lernen in Vechta den Alltag in deutschen Werkstätten kennen.
(Foto: Handwerkskammer)
Zudem sammeln die Praktikanten viele Erfahrungen. „Bei der Firma Anders habe ich in drei Wochen mehr Praxiswissen erworben als in China in drei Jahren“, freut sich Luo Yao. Doch nicht nur in den Werkstätten zeigen sich die Chinesen begeistert, sondern auch vom alltäglichen Leben.

Ludwig Südbeck fliegt regelmäßig nach Wuhan, um in der 10-Millionen-Einwohner-Metropole 14 Tage lang Unterricht an der Verkehrsschule zu geben. Die dreijährige Ausbildung findet in China ausschließlich in der Schule statt. Für die vier Gäste hat Südbeck die Sprachprüfung abgenommen, denn Luo Yao hat genau wie seine Klassenkameraden Zhao He, Wang Hongyu und Wei Mao Cheng drei Jahre Deutsch gelernt. Dennoch sind die Hürden bei der Verständigung hoch. Im Arbeitsalltag kommt hinzu, dass die Chinesen die betrieblichen Abläufe nicht kennen.

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