Citroën kündigt Servicepartnern

Autor Christoph Baeuchle

Citroën Deutschland will die Kundenzufriedenheit mit höheren Servicestandards verbessern. Vor allem in größeren Städten dürfte die Kündigung aller Serviceverträge kleinere Betriebe hart treffen.

Anbieter zum Thema

Nach Peugeot hat nun auch Citroën Deutschland die Verträge mit seinen Servicepartnern gekündigt. Für die Werkstätten gelten ab Juli 2016 neue Verträge, die mit höheren Standards einhergehen. Betroffen sind rund 700 Servicestützpunkte.

Die nun angekündigten Änderungen im Servicenetz und in der Teiledistribution sollen zu einer höheren Kundenzufriedenheit führen. „Dazu gehört ein optimaler Service vor Ort und eine schnelle Verfügbarkeit von Teilen“, betont Holger Böhme, Geschäftsführer von Citroën Deutschland. Die angekündigten Maßnahmen würden die Voraussetzungen für einen modernen Service und erfolgreiche Werkstätten schaffen. „Ziel ist dabei auch, die Rentabilität unserer Vertragspartner zu stärken.“

Wie die ebenfalls kündigende Schwesternmarke Peugeot macht auch Citroën die künftigen Anforderungen an die Betriebe von ihrem Standort abhängig. So orientieren sich die Standards daran, ob es sich um einen ländlichen, einen städtischen oder einen großstädtischen Betrieb handelt. Die Erhöhung der Standards dürfte einige Servicepartner hart treffen und zu deren Ausscheiden führen. „Für kleinere Servicepartner wird es in größeren Städten künftig schwieriger werden“, erläuterte Böhme. Denn hier müssten auch größere Händler ihre Rentabilität sicherstellen.

Intrabrand-Wettbewerb in den Städten zu stark

Die starke Besetzung mit Servicestützpunkten in Städten hat dazu geführt, dass es für Citroën immer schwieriger wurde, für einige Städte geeignete Händler zu finden. Denn diese fürchteten laut Importeur, im Service auf einen zu großen Intrabrandwettbewerb zu stoßen.

Durch die nun getroffenen Maßnahmen hofft die Marke entsprechend, die rund 50 Open Points leichter besetzen zu können. Damit setzt Citroën die bereits zu Jahresbeginn verkündete Strategie fort: Im Februar hatten die Franzosen angekündigt, in Städten künftig verstärkt auf größere Händler zu setzen.

Eine Einschätzung zur künftigen Größe des Servicenetzes wollte Böhme nicht machen. Auch der Verband Deutscher Citroën Vertragspartner zog es auf Anfrage von »kfz-betrieb« vor, zur Netzkündigung zu schweigen.

Neuordnung der Teilebelieferung

Mit der Kündigung der Serviceverträge geht auch eine Neuordnung der Teiledistribution einher. In der Vergangenheit wurden nicht alle Betriebe täglich beliefert. Das soll sich nun ändern: Künftig wollen die Franzosen ihre Partner selbst mit den notwendigen Teilen versorgen. Mindestens einmal, in Gebieten mit hohem Fahrzeugbestand zweimal täglich sollen die Partner beliefert werden.

Das trifft die Betriebe, die sich auf den Teilegroßhandel spezialisiert haben. Zwar sind das nur wenige Partner, allerdings sind die Auswirkungen umso größer. Im gemeinsamen Gespräch will Citroën eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung finden.

(ID:42731532)