Citroën Traction Avant: Liebling der Gangster

< zurück

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Auch die starre Hinterachse, die an zwei Längslenkern mit Torsionsstabfedern geführt wurde, trug wesentlich zu einem hohen Fahrkomfort bei. Nicht weniger Aufsehen erzielten weitere Neuerungen wie beispielsweise die hydraulischen Bremsen, Einzelradaufhängung vorn oder die erstmals 1936 eingebaute Zahnstangenlenkung.

Der „schwebende“ Vierzylinder-Motor verfügte über 32 PS und einen Hubraum von 1.303 Kubikzentimeter. Die maximale Geschwindigkeit betrug 95 km/h. Allerdings scheint dies für die Flucht nach einem Bankraub etwas mager. Geeigneter erscheinen die seit 1938 produzierten 15-Six („15 CV“) mit 2,8-l-Reihen-6-Zylinder und 77 PS. Technischer Höhepunkt war 1954 das Modell 15-Six H mit hydropneumatisch gefederter Hinterachse als Vorläufer der legendären DS.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 19 Bildern

Auch die sogenannten „Selbstmördertüren“ gehörten zum „Gangsterauto“: Die Vordertüren waren an der B-Säule befestigt, entsprechend öffneten sie gegen die Fahrtrichtung. Dies sorgte für einen bequemen Ein- und Ausstieg.

Für Citroën war der Traction Avant weit mehr als ein Imageträger. „Der kommerzielle Erfolg war gewaltig“, erläutert Mikloweit. Und dies gleich zweifach: Vor dem Krieg trug die Avant-Reihe dazu bei, dass der Hersteller die durch die Wirtschaftskrise ausgelöste Schieflage hinter sich ließ. Allein in Frankreich brach damals die gesamte Industrieproduktion um etwa ein Drittel ein, in Deutschland waren es 42 Prozent.

„Nach dem Krieg konnte Citroën auf das Modell zurückgreifen und wieder an dem Erfolg anknüpfen“, so Mikloweit, der über 40 Jahren für die französische Marke gearbeitet hat. Zwischen 1934 und 1957 produzierte der Autobauer insgesamt 759.123 Traction Avant. Einige davon auch in Deutschland: Im Werk Köln-Poll startete vor 80 Jahren die Produktion des Typ „Front“, der deutschen Variante des Traction Avant. Zwischen 1934 und 1935 wurden 1.031 Einheiten des 7CV sowie 800 Einheiten des 11CV gebaut.

Allerdings ist die Geschichte des Kölner Werks ist nur von kurzer Dauer: Bereits 1936 stellte Citroën die Produktion wieder ein. Zunächst legte die Weltwirtschaftskrise die Produktion vorübergehend still; später bereiteten die Nationalsozialisten dem Fortbestehen einer französischen Marke in Deutschland ein Ende.

(ID:42662870)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung