Neuwagenmarkt Schweiz CO2-Regulierung zieht die Verkäufe nach unten

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

Die Eidgenossen haben im Jahr 2025 nur 233.737 Pkw-Neuzulassungen registriert – das ist der tiefste Stand seit 25 Jahren. Dabei fährt ein Drittel der Neuwagen bereits elektrisch. Eine Parallele zu Deutschland ist das steigende Durchschnittsalter der Fahrzeuge.

In der Schweiz hängt der automobile Haussegen schief. Die Pkw-Neuzulassungen sinken immer weiter.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
In der Schweiz hängt der automobile Haussegen schief. Die Pkw-Neuzulassungen sinken immer weiter.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Der Neuwagenmarkt in der Schweiz ist in der Krise. Wie der Automobilverband „Auto Schweiz“ unter Berufung auf staatliche Zahlen mitteilte, habe der Schweizer Automobilmarkt mit 233.737 Neuzulassungen 2025 den tiefsten Stand seit über 25 Jahren erreicht – unter Ausklammerung der Corona-Pandemie. Die Ursache für die Negativentwicklung sieht der Verband in der „europaweit rigidesten CO2-Regulierung“.

Gegenüber dem Vorjahr wurden knapp 6.000 Fahrzeuge weniger neu zugelassen, was einem Rückgang von 2,4 Prozent entspricht. Der Schweizer Gesamtmarkt habe damit ein „äußerst schwieriges Jahr erlebt“ und stagniere deutlich unter dem langjährigen Vorkrisenniveau von rund 300.000 Neuzulassungen pro Jahr, so der Verband.

Während sich der europäische Markt sukzessive erholt und leicht wächst, sei der Schweizer Neuwagenhandel erneut unter dem Vorjahresniveau geblieben, moniert der Verband. Ein Drittel der neu zugelassenen Fahrzeuge fahre elektrisch. Trotzdem bleibe das politische Ziel von 50-Prozent Steckerfahrzeugen außer Reichweite. Trotz „immenser Marktanstrengungen“ mit über 300 E-Modellen seien daher CO2-Sanktionsfolgen in dreistelliger Millionenhöhe für die Importeure zu erwarten, beklagt der Verband. „Mit dieser Sanktionspolitik steht die Schweiz europaweit isoliert da.“

Der Volumenverlust der Schweizer Automobilwirtschaft resultiert aus marktfremden CO2-Vorgaben, überdurchschnittlich hohen Energiepreisen und konjunkturellen Unsicherheiten, was sowohl Konsumentinnen und Konsumenten als auch Gewerbetreibende belastet. Die Erneuerung des Wagenparks verzögert sich nach Auffassung von „Auto Schweiz“ dadurch weiter. Die letzte Erhebung vom Bundesamt für Statistik zeigt ein Durchschnittsalter von 10,5 Jahren, während es im Jahr 2000 noch bei 7,4 Jahren gelegen hatte. In Deutschland liegt das Durchschnittsalter derzeit bei 10,6 Jahren.

Die Bundespolitik müsse sich an den Marktrealitäten ausrichten, fordert Peter Grünenfelder, Präsident von Auto Schweiz. Die CO2-freie Mobilität könne nicht mit horrenden Strafzahlungen und Planwirtschaft, sondern nur mit Technologieoffenheit, einem funktionierenden Ökosystem und finanziellen Anreizen erreicht werden. „Es braucht neben dem Wegfall der Sanktionen den Verzicht auf neue Elektrofahrzeug-Steuern und die Abschaffung des vierprozentigen Importzolls.“

Starker Dezember bestätigt saisonales Muster

Im Dezember 2025 wurden 26.744 Autos neu zugelassen. Das sind 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr (-0,4 %). Einmal mehr hat sich der Dezember als stärkster Monat des Jahres erwiesen. Dieses Wachstum wiederholt ein saisonales Muster und darf nicht als Trendwende missverstanden werden.

Steckerfahrzeuge machen im Gesamtjahr rund ein Drittel der Neuzulassungen aus. Zusammengenommen erreichen Steckerfahrzeuge in einem Gesamtjahr einen Marktanteil von knapp mehr als einem Drittel (34 %) an allen Neuzulassungen in der Schweiz. Der Marktanteil verteilt sich dabei auf 22,8 Prozent BEV und 11,2 Prozent PHEV. Damit liegen Steckerfahrzeuge nur noch knapp hinter den Hybridfahrzeugen, die insgesamt 35 Prozent der Neuzulassungen ausmachen. Im Jahr 2025 wurden 82.603 Hybride, 53.250 BEV und 26.189 PHEV (zusammen 162.042 Einheiten) zugelassen.

Der steigenden Akzeptanz für elektrifizierte Antriebe steht naturgemäß ein deutlicher Rückgang bei den klassischen Verbrennern gegenüber. Diesel-Fahrzeuge verzeichnen ein Minus von rund 30 Prozent, Benziner einen Rückgang von rund 20 Prozent. Beide Antriebsarten kommen im Neuwagenmarkt zusammen auf 71.685 Einheiten.

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