Diagnose- und technische Daten Comme ci, comme ça – Tesla

Von Steffen Dominsky 5 min Lesedauer

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„Anders als die anderen“ ist ein Prädikat, das auf Tesla-Automobile zutrifft wie kaum ein anderes. Leider gilt das auch in Sachen Service. Dann bei keinem anderen Hersteller sind der Zugang zu technischen Daten und die Möglichkeit zur Diagnose derart „kompliziert“.

„Maskiert“ gibt sich Tesla in Sachen Service und Reparatur: Anbieter von Multimarkendiagnose und auch technischen Daten kommen nur schwer an Informationen des US-Autobauers.(Bild:  Tesla)
„Maskiert“ gibt sich Tesla in Sachen Service und Reparatur: Anbieter von Multimarkendiagnose und auch technischen Daten kommen nur schwer an Informationen des US-Autobauers.
(Bild: Tesla)

Er war ein – heute würde man sagen – mega erfolgreicher Erfinder, Physiker und Elektroingenieur: Nikola Tesla. Nach ihm ist seit 1960 die physikalische Einheit für die magnetische Flussdichte benannt. Auch ein Mondkrater, ein Asteroid und eine US-amerikanische Rockband tragen ihm zu Ehren seinen Namen. Noch berühmter macht den vor 80 Jahren Verstorbenen aber ein 2003 gegründetes Unternehmen, das ebenfalls den Namen des Elektrogenies trägt: Tesla, der Autobauer. Ob es der Exzentrizität seines heutigen Besitzers, eines gewissen Elon Musk, geschuldet ist, dass bei Tesla in Sachen Zugang zu technischen Daten bzw. Wartungs- und Reparaturinformationen sowie (OBD-)Diagnosemöglichkeiten alles anders läuft als bei anderen Fahrzeugherstellern, oder ob es schlicht primitiver Protektionismus ist, mit dem sich der US-Konzern unliebsame Mitbewerber aus dem freien Markt vom Leib halten möchte – wer weiß?

Fakt ist: An der jungen Automarke bissen sich allen voran Anbieter von Multimarken-Diagnosetestern lange Zeit die Zähne aus bzw. tun es noch immer. Das heißt, der Autobauer lieferte ihnen bis vor Kurzem weder im Zuge europäischer Gesetzgebung noch auf „höfliche Anfrage“ jene Daten, die sie benötigen, um in ihren Softwares auch die Tesla-Modelle „S“, „X“, „Y“ und „3“ zu integrieren, die auch in freien Werkstätten immer öfter aufschlagen (werden). Was besagten Diagnoseherstellern blieb und bleibt, ist der steinige, weil aufwendige und teure Weg des „Reingeneerings“: Diagnoseingenieure müssen sich Informationen selbst aus den Fahrzeugen ziehen. Das gestaltet sich durchaus aufwendig, zumindest was die beiden jüngeren Modelle Y und 3 betrifft. Denn während S und X auf einer Bordnetzstruktur aufbauen, die noch nicht großartig geschützt ist, erschwert bei den Modellen Y und 3 eine Art Security Gateway den Zugang zu diagnosetechnisch relevanten Bits und Bytes.