Conti: Neue elektro-hydraulische Bremse

Redakteur: Bernd Otterbach

Conti hat Bremsbetätigung, Bremskraftverstärker sowie das Regelsystem (ABS, ESC) für eine neue elektro-hydraulischen Bremse in einem Modul zusammengefasst.

Conti hat in einer neuen elektro-hydraulischen Bremse die Bremsbetätigung, den Bremskraftverstärker sowie das Regelsystem (ABS, ESC) in einem Modul zusammengefasst. Zudem ersetzt das System die herkömmliche hydraulische Unterdruckpumpe für den Bremskraftverstärker durch einen Elektromotor.

Der E-Motor treibt linear einen Zylinderkolben an und verbindet die Funktion des Bremskraftverstärkers bei Fahrerbremsung sowie der aktiven Druckmodulation eines Schlupfregelsystems. Auch bei einem aktiven Druckaufbau muss hier wie bei einer Normalbremsung nur die bereits im Zylinder befindliche Bremsflüssigkeit unter Druck gesetzt werden. Dadurch soll der Bremsdruck deutlich schneller aufgebaut werden.

Kein Unterdruck erforderlich

Neben der Betätigung enthält das System auch das elektronische Steuergerät (ECU) und den Bremsdruck-Modulator, die sonst Bestandteil eines separaten Schlupfregelsystems sind. Da die neue Bremse keinen Unterdruckbremskraftverstärker benötigt, kann die heute in vielen Fahrzeugen benötigte Vakuumpumpe als Komponente des Bremssystems entfallen.

Neben Fahrzeugen mit Diesel und Elektromotor werden Vakuumpumpen heute auch für Ottomotoren benötigt, bei denen aufgrund der minimierten Drosselung im Ansaugtrakt kein ausreichender Unterdruck zur Verfügung steht. Wenn der Fahrer auf das Bremspedal tritt, erfasst das System über eine Druck-, Weg- und Geschwindigkeitsmessung den vom Fahrer angeforderten Bremsdruck. Diese Verzögerungsanforderung wird dann ohne Rückwirkung auf das Bremspedal durch den Elektromotor aufgebaut. Das Pedalgefühl wird durch eine ebenfalls in das Betätigungsmodul integrierte Feder/Dämpfer-Einheit erzeugt. Zusätzlich lasse sich auch die Charakteristik des Bremspedals hinsichtlich der Verzögerungszuordnung individuell in einem Fahrzeug anpassen, teilte Conti weiter mit.

Im Unterschied zu einem rein elektro-mechanischen Bremssystem verfügt das System über eine hydraulische Rückfallebene, die dem Fahrer auch bei einem kompletten Systemausfall eine Abbremsung des Fahrzeugs bis zum Stillstand mit zumutbaren Pedalkräften ermöglicht.

Effizienter Einsatz von Energie

Da die Modulation in das System integriert ist, wird jeweils nur der an den Rädern benötigte Druck aufgebaut. Gegenüber Systemen mit Druckspeicher soll das Energie sparen: Wenn bei der „MK C1“ nur fünf Prozent des möglichen Bremsdrucks benötigt werden, so liefert der Bremszylinder genau dieses Niveau und nicht mehr.

Eine weitere Möglichkeit, Energieverluste zu vermeiden, wird durch den Einsatz des Pedalsimulators unterstützt. Sogenannte Zero-Drag-Radbremssättel reduzieren die Verluste, die durch das Schleifen der Beläge an den Bremsscheiben entstehen, wenn die Bremse nicht betätigt wird. Die Verwendung dieser Sättel führt aber bei herkömmlichen Bremsbetätigungen zu einer für den Fahrer spürbaren Verschlechterung des Ansprechverhaltens und Pedalwegs. Bei der MK C1 spüre der Fahrer immer die gleiche Kraft-Weg-Charakteristik am Pedal, während der Bremsdruckmodulator die verschiedenen Betriebszustände an den Radbremsen unbemerkt ausgleicht, so Conti weiter.

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