Conti prüft Reifen mit Computertomograph
Tiefer Blick ins Innere des Reifens: Der Reifenhersteller Continental hat einen Computertomographen in Betrieb genommen, der Reifen schnell und einfach „durchleuchtet“.
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Der Reifenhersteller Continental hat im Forschungs- und Entwicklungszentrum in Hannover einen Computertomographen in Betrieb genommen, der Reifen-Prototypen eingehend prüft. Die neue Anlage verkürzt die Zeit, die zur „Durchleuchtung“ eines Reifens nötig ist, und liefert qualitativ bessere Bilder.
Zudem lassen sich einzelne Teile des Reifenaufbaus separat darstellen, um beispielsweise die Beanspruchung in den einzelnen Teilen der Karkasse zu untersuchen. Mit der neuen Anlage wollen die Entwickler rund 3.000 Reifen jährlich prüfen.
Bereits seit über zehn Jahren verwendet Continental Computertomographen, um Testreifen zu untersuchen. Ihre Bilder stellen die Materiallagen im Reifen einzeln dar, ohne ihn zu beschädigen. Damit ergänzen sie andere Prüftechniken wie Röntgen oder die optische Kontrolle.
Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Verformung der Festigkeitsträger wie Stahlcorde sowie ihre genaue Lage im Reifen. Simuliert und dargestellt werden soll zudem die Verformung des Reifens bei Kurvenfahrt, unter hohen Lasten und beim Bremsen.
Darstellung realer Einsatzbedingungen
Die neue Anlage vergrößert die Zahl der Reifen, die „durchleuchtet“ werden können, um rund das Zehnfache. Das Tempo ist ein großer Vorteil, wichtig für die Entwickler ist daneben die deutlich bessere Bildauflösung der neuen Anlage. Außerdem können die Techniker reale Einsatzbedingungen wie Radlast, Sturz, Schräglauf sowie Beschleunigungs- oder Bremsmomente simulieren und deren Auswirkungen auf die Belastung der verschiedenen Reifenbauteile untersuchen.
Continental ist nach eigenen Angaben derzeit der einzige Reifenhersteller, der die Auswirkungen unterschiedlicher Belastungszustände auf den Verbund zwischen Festigkeitsträgern und Gummi in dieser Detailgenauigkeit untersuchen kann.
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