Zulieferer in der Krise

Conti rutscht in die roten Zahlen

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Conti hatte von gewissen Erfolgen bei Gesprächen mit Herstellern berichtet – was genau dabei herauskommt, wird aber nicht öffentlich. Conti-Finanzchefin Katja Dürrfeld legt Wert darauf, dass es hinter den Kulissen nicht konfrontativ zugeht. „Wir sind auf einem guten Weg, das partnerschaftlich zu meistern“, sagt sie im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur DPA-AFX. Als Zulieferer freue man sich auch, wenn die Kunden hohe Margen hätten.

Reifenpreise erhöht

Doch Conti muss und will die Preise für die Kunden erhöhen. Das gelingt vor allem im Reifengeschäft. Dort legten die Umsätze im zweiten Quartal trotz geringerer Mengen um 11 Prozent zu – ohne Preiserhöhungen wäre es nur ein Plus von einem Prozent gewesen.

Auch im Autozulieferergeschäft gelang es, in Verhandlungen mit den Kunden höhere Preise durchzusetzen, wie Dürrfeld sagt. Ohne die Preisaufschläge hätte die Marge im Zuliefergeschäft noch tiefer im roten Bereich gelegen als ohnehin schon. Um – wie den Aktionären in Aussicht gestellt – am Ende des Gesamtjahres eine nur leicht negative oder sogar etwas im grünen Bereich liegende Umsatzrendite der Sparte zu präsentieren, ist noch viel Arbeit nötig.

Fraglicher Aufschwung

Maßnahmen zur Verbesserung des Ergebnisses griffen, heißt es von der Managerin. Der lang angelegte Großumbau, bei dem viele Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen und der für deutliche Kostenentlastung sorgen soll, läuft weiter. Ob es in näherer Zukunft wieder für einen Aufschwung reicht, wird sich angesichts der drohenden Energiekrise noch zeigen müssen. Gas macht bei Conti einen bedeutenden Anteil der Energieversorgung in Deutschland aus.

Nicht zuletzt stehen am Ende der Kette Privatkunden und Firmen, denen angesichts hoher Inflation und steigender Zinsen womöglich bald die Kauflaune vergeht. BMW wurde zuletzt schon vorsichtiger – das Umfeld werde die derzeit noch so hohe Nachfrage dämpfen. Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer rechnet in einer Studie jedenfalls auch dieses Jahr mit einem Rückgang des weltweiten Automarkts um gut 3 Prozent auf 69 Millionen Einheiten. Gerade im wieder anziehenden Wachstumsmarkt China verlören die deutschen Hersteller zudem Marktanteile – daher sei Vorsicht geboten.

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