Kreislaufwirtschaft Continental setzt auf nachhaltige Materialien

Von Malika Matkarimova 2 min Lesedauer

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Der Reifenhersteller will den Anteil nachwachsender und recycelter Materialien bis 2030 von derzeit 26 Prozent auf mindestens 40 Prozent steigern. Dabei setzt Continental verstärkt auf alternative Kautschuk-Quellen und neue Zusatzstoffe in der Reifenproduktion.

Bereits bis Jahresende erwartet das Unternehmen einen Zuwachs um zwei bis drei Prozentpunkte bei nachhaltigen Materialien.(Bild:  Continental)
Bereits bis Jahresende erwartet das Unternehmen einen Zuwachs um zwei bis drei Prozentpunkte bei nachhaltigen Materialien.
(Bild: Continental)

Verschärfte EU-Regulierungen, steigende Rohstoffpreise und wachsender Kostendruck zwingen Reifenhersteller zum Umdenken. Die Branche steht vor der Herausforderung, Umweltfreundlichkeit mit den Performance-Anforderungen moderner Pneus zu vereinen. Continental will daher den Anteil nachwachsender und recycelter Rohstoffe in der Reifenfertigung weiter erhöhen. Nach Unternehmensangaben lag der Durchschnitt 2024 bei 26 Prozent. Bis Ende des Jahres rechnet der Hersteller mit einem Zuwachs um zwei bis drei Prozentpunkte; bis 2030 sollen mindestens 40 Prozent erreicht werden. Laut dem Zulieferer bestehen moderne Hochleistungsreifen zu bis zu 40 Prozent aus Kautschuk. Pkw-Reifen des Unternehmens enthalten demnach bis zu 100 Rohstoffe, aus denen pro Artikel bis zu 20 abgestimmte Mischungen entstehen.

Im Materialmix setze Continental auf Naturkautschuk und synthetische Elastomere, je nach Bauteil und Anforderung. Naturkautschuk kommt insbesondere in der Lauffläche zum Einsatz, wo hohe Widerstandsfähigkeit gefordert ist. Ergänzend nutzt der Hersteller synthetischen Kautschuk wegen Eigenschaften, die Bremsverhalten und Rollwiderstand beeinflussen. Zunehmend stammen diese Polymere bilanziell aus Quellen wie Pyrolyseöl aus Altreifen oder aus gebrauchtem Speiseöl. Beliefert wird Conti von Synthos und Total Energies Cray Valley. Beide Lieferanten nutzen laut Hersteller ISCC PLUS-zertifizierte Rohstoffströme im Rahmen eines Massenbilanzsystems.

Neben Elastomeren spielen Harze und Additive eine Rolle. Spezielle Harze unterstützen die Balance aus Elastizität und Festigkeit und beeinflussen Parameter wie Nasshaftung, Rollwiderstand und Abrieb. Continental setzt zirkuläre Harze ein, die aus erneuerbaren Rohstoffen wie Pflanzenöl oder recyceltem Speiseöl stammen und entlang der Wertschöpfungskette ISCC PLUS-zertifiziert sind. Bei Antioxidantien verwendet das Unternehmen laut eigener Aussage als erster Reifenhersteller das ISCC PLUS-zertifizierte Kautschukadditiv TMQ von Lanxess. Diese Variante basiere auf biozirkulären Vorprodukten wie Aceton und weist gemäß vorliegenden Lebenszyklusanalysen einen um mehr als 30 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck gegenüber der konventionellen Referenz auf.

Zur Rückverfolgbarkeit nennt das Unternehmen den systematischen Einsatz des Massenbilanzansatzes. Fossile, erneuerbare und recycelte Rohstoffe würden in bestehenden Prozessen gemischt und bilanziell erfasst. „Der Massenbilanzansatz ermöglicht es uns, die Komplexität und den Einsatz des Rohstoff-Portfolios effizient zu steuern“, erklärt Matthias Haufe, Leiter Materialentwicklung und Industrialisierung. So gelinge es, den Anteil nachwachsender und recycelter Materialien stetig, nachvollziehbar und transparent zu erhöhen.

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