Energiekrise Cottbuser Handwerksfirmen fordern mehr Hilfen vom Staat

Von Holger Zietz

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Steigende Energiekosten und Ängste der Handwerksbetriebe waren Thema auf der Versammlung der Kfz-Innung Cottbus. Die Unternehmer sorgen sich um ihre Existenz und vermissen Entlastungsmaßnahmen der Politik.

Zum Diskussionsabend mit den Cottbuser Handwerksunternehmern lud die Kfz-Innung Cottbus ein. Mit dabei waren (v. l.) Hans-Peter Lange, Obermeister der Kfz-Innung Cottbus und Präsident des Kfz-Gewerbes Berlin-Brandenburg, Viviane von Aretin, Geschäftsführerin des Landesverbands, Ronny Wegner, Vizepräsident der HWK Cottbus, und Knut Deutscher, Hauptgeschäftsführer der HWK Cottbus.(Bild:  Zietz – »kfz-betrieb«)
Zum Diskussionsabend mit den Cottbuser Handwerksunternehmern lud die Kfz-Innung Cottbus ein. Mit dabei waren (v. l.) Hans-Peter Lange, Obermeister der Kfz-Innung Cottbus und Präsident des Kfz-Gewerbes Berlin-Brandenburg, Viviane von Aretin, Geschäftsführerin des Landesverbands, Ronny Wegner, Vizepräsident der HWK Cottbus, und Knut Deutscher, Hauptgeschäftsführer der HWK Cottbus.
(Bild: Zietz – »kfz-betrieb«)

Der Unmut über das Vorgehen der Politik in der aktuellen Krise und die Existenzängste ihrer Mitglieder nahm die Kfz-Innung Cottbus zum Anlass, zu einem Diskussionsabend nach Kolkwitz einzuladen, um über die Situation zu beraten und das weitere Vorgehen zu beschließen.

Am Treffen an diesem Donnerstag nahmen neben Obermeister Hans-Peter Lange auch Vertreter anderer Gewerke teil, allen voran aus den energieintensiven Handwerken wie Bäcker, Konditor, Metzger und Schlachtereien sowie Vertreter der Kreishandwerkerschaft Cottbus.

Neben der teuren Energie klagen viele Handwerker über die schlechte Versorgung mit Rohstoffen und Ersatzteilen: Bedingt durch den Ukraine-Krieg seien die Lieferketten ins Stocken geraten. Zudem würden immer noch viele Unternehmen mit den Nachwirkungen der Corona-Pandemie kämpfen und pessimistisch auf die wieder steigenden Infektionszahlen schauen, die erneute Einschränkungen nach sich ziehen könnten.

Unternehmer fürchten, alles zu verlieren

All das macht vielen Unternehmern in Brandenburg Angst und frustriert sie: Sie fürchten, nicht nur ihre Strom- und Gasrechnungen nicht mehr zahlen zu können, sondern alles zu verlieren, was sie sich in den vergangenen Jahrzehnten mühsam aufgebaut haben.

Aber auch darüber waren sich die Mitglieder der Kfz-Innung einig: Die Energiekosten machen den Kfz-Betrieben zwar zu schaffen. Ihre Situation sei aber nicht vergleichbar mit der von energieintensiven Betrieben wie Bäckereien und Schlachtereien. Diese könnten die Steigerungen nicht so einfach an den Verbraucher weitergeben.

Zwar seien auch in der Kfz-Branche einige Betriebe stärker von der Krise betroffen, vor allem die Lackierbetriebe. Aber für Kfz-Betriebe sei es eher möglich, die gestiegenen Energiekosten über den Stundenverrechnungssatz an die Kunden weiterzugeben als für andere Handwerksbereiche, meinten einige Kfz-Unternehmer.

Besorgt zeigten sich Betriebsinhaber in Cottbus auch über die Verschuldung des Staates. Denn die finanziellen Hilfen des Bundes an die Betriebe müssten am Ende die Steuerzahler in Form steigender Abgaben zahlen.

Viele erwägen frühzeitige Betriebsaufgabe

Um die finanzielle Situation besser einschätzen zu können, hatten zuvor Kreishandwerkerschaften und Handwerkskammern Umfragen bei den Handwerksbetrieben durchgeführt. Das Ergebnis: Wegen der Krise überlegen Unternehmer jenseits der 50 Jahre bereits, ihre Betriebe früher als eigentlich geplant aufzugeben. Damit würde sich für die Verbraucher die Situation noch verschärfen: Schon jetzt sei es für sie schwierig, Handwerker für dringend benötigte Arbeiten zu finden.

Um die Politik auf die Sorgen und Nöte der mittelständischen Betriebe aufmerksam zu machen, beschloss die Versammlung unter der Leitung der Kreishandwerkerschaft Cottbus, eine politisch neutrale Kundgebung der Handwerksunternehmer am 25.11.2022 in Cottbus durchzuführen.

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