Kfz-Innungen Köln Cybersicherheit, internationale Ausbildung und neue Netzwerke

Von Nick Luhmann 3 min Lesedauer

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Bei der gemeinsamen Versammlung der Kölner Auto-Innungen standen die Themen Cybersicherheit im Betrieb und ein neues Netzwerk für Führungskräfte im Mittelpunkt.

Versammlung der Kölner Auto-Innungen (v.l.): Stellv. Obermeister Frank Doppelhammer und Obermeister Stefan Bäckmann (Kfz-Innung), ZKF-Präsident Arndt Hürter, Sebastian Barchnicki (Digital.sicher.NRW), Obermeister Oliver Nienhaus (Karosseriebauer-Innung) und Geschäftsführerin Claudia Weiler.(Bild:   Kfz-/Karosseriebauer-Innung Köln)
Versammlung der Kölner Auto-Innungen (v.l.): Stellv. Obermeister Frank Doppelhammer und Obermeister Stefan Bäckmann (Kfz-Innung), ZKF-Präsident Arndt Hürter, Sebastian Barchnicki (Digital.sicher.NRW), Obermeister Oliver Nienhaus (Karosseriebauer-Innung) und Geschäftsführerin Claudia Weiler.
(Bild: Kfz-/Karosseriebauer-Innung Köln)

Die diesjährige Frühjahrsversammlung der Kölner Auto-Innungen stand ganz im Zeichen des Wandels. Rund 100 Teilnehmer kamen am 16. Mai im Pullman Cologne Hotel zusammen, um gemeinsam Zukunftsthemen der Branche zu diskutieren. Obermeister Stefan Bäckmann (Kfz-Innung Köln), Obermeister Oliver Nienhaus (Karosseriebauer-Innung Köln) und Geschäftsführerin Claudia Weiler eröffneten die Veranstaltung und betonten die Bedeutung neuer Denkansätze und eines engen Schulterschlusses innerhalb des Handwerks.

Die Automobilbranche steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Digitalisierung, Fachkräftemangel und neue Mobilitätskonzepte fordern Betriebe und Mitarbeitende gleichermaßen heraus. Die Versammlung verdeutlichte: Nur durch gemeinsames Handeln und innovative Lösungen lassen sich die Herausforderungen erfolgreich gestalten.

Cybersicherheit als digitale Selbstverteidigung für Betriebe

Sebastian Barchnicki, Sprecher der Geschäftsführung bei Digital.Sicher.NRW, unterstrich in seinem Vortrag die wachsende Bedeutung digitaler Sicherheit für Unternehmen jeder Größe. Cyberangriffe sind längst keine Ausnahme mehr – sie betreffen alle, die mit sensiblen Daten arbeiten. „Wer einmal angegriffen wird und zahlt – der wird auch wieder angegriffen“, betonte er und riet daher, sich zu schützen. Dazu warb er für den Aktionstag des Unternehmens: Am 26. Juni 2025 bietet Digital.sicher.NRW praxisnahe und kostenlose Online-Workshops an, die Unternehmen konkrete Maßnahmen zur digitalen Selbstverteidigung vermitteln. Themen wie Passwortmanagement, Phishing-Prävention mit Passkeys und datenschutzgerechte Browsereinstellungen werden verständlich und direkt umsetzbar präsentiert.

ZKF: Transparenz und Sachverstand im Schadenfall

Arndt Hürter, ZKF-Präsident und stellvertretender Obermeister der Karosseriebauer-Innung Köln, gab einen Querschnitt über die Themen, die die Branche derzeit besonders beschäftigen. Unter anderem ging er auf die Kosten bei der Havarie verunfallter Elektrofahrzeuge ein. Immer wieder erfahre der ZKF von überhöhten Rechnungen für das Bergen und den Abtransport verunfallter E-Fahrzeuge – oft für Sicherungsmaßnahmen, die fachlich fragwürdig und bei den konkreten Schäden gar nicht erforderlich seien. Bei manchem „Marktteilnehmer herrsche gar Goldgräberstimmung beim Versuch, eine Qualifizierung zum Batteriefachmann verpflichtend zu etablieren“. Hiergegen schreite der ZKF gemeinsam mit anderen Verbänden vehement ein.

Weiter thematisierte er die überbordende Regresswelle der Versicherer. Statt Kostenvoranschläge zu erstellen, sollten Werkstätten bei Haftpflichtschäden immer einen vertrauenswürdigen Sachverständigen einschalten und ein Gutachten anfertigen lassen. Hürter wörtlich: „Ich empfehle nachdrücklich, ausschließlich Sachverständigen-Gutachten als Basis zu nutzen und Reparaturen genau danach und vollumfänglich umzusetzen.“ Auch Nachträge seien mit dem Sachverständigen abzustimmen, „dann kann man sich bei einer Regressforderung der Versicherung entspannt zurücklegen, weil eventuell eingereichte Klage definitiv in Luft verpuffen“.

Chinesische Azubis als Antwort auf den Fachkräftemangel

Ein innovativer Ansatz zur Fachkräftesicherung ist das Pilotprojekt der Kölner Innungen mit den Carl Duisberg Centren: Im Frühjahr 2025 reisten 16 chinesische Jugendliche nach Köln, um im August ihre Ausbildung in Mitgliedsbetrieben zu beginnen. Die jungen Menschen werden zu Kfz-Mechatronikern, Karosserie- und Fahrzeugbaumechanikern oder Fahrzeuglackierern ausgebildet und bringen hohe Motivation sowie interkulturelle Kompetenz mit. Für 2026 sind bereits 21 weitere Ausbildungsplätze zugesagt – ein starkes Signal für die Zukunftsfähigkeit des Handwerks. „Mit dem Projekt wollen wir dem Fachkräftemangel aktiv begegnen und zugleich neue Perspektiven für unsere Betriebe eröffnen“, so die Initiatoren.

Plattform für Führungskräfte und Innovation

Das neue #IdeenNetzwerk bringt (angehende) Führungskräfte und engagierte Unternehmer aus den Mitgliedsbetrieben zusammen. Ziel ist es, den offenen Austausch zu fördern, praxisnahe Ideen zu entwickeln und Führungsqualifikationen in selbstorganisierten Workshops zu stärken. Die Plattform knüpft an den erfolgreichen Querdenker-Kreis an und lebt vom Engagement ihrer Mitglieder. „Das IdeenNetzwerk verbindet die Kollegen von nebenan und setzt Impulse, die das Handwerk in der Region voranbringen“, betont Projektleiterin Melanie Hampel.

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Die nächste gemeinsame Versammlung der Kölner Auto-Innungen findet am 14. November 2025 statt.

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